Lokale Wirtschaft

Holz ist der zukunftsfähige Energieträger

Zum ersten Mal hat sich jüngst die Kirchheimer Lokale Agenda mit verschiedenen Aktionen am bundesweiten Tag der Erneuerbaren Energien beteiligt. Bei strahlendem Sonnenschein fiel es den ausstellenden Handwerkern leicht, die Passanten von den Vorzügen der Solarenergie zu überzeugen.

ULRIKE KÖSTERS

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KIRCHHEIM So nutzten auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich von Fachleuten unverbindlich beraten zu lassen. In den Gesprächen ging es beispielsweise um die Frage, wie man einen Altbau energietechnisch am besten auf den neuesten Stand bringt und damit die Heizkosten senkt. Am Solarmobil des Brückenhauses konnte sich jeder über die Arbeits- und Wirkungsweise einer Photovoltaikanlage umfassend informieren. Ein acht Quadratmeter großer thermischer Sonnenkollektor vermittelte einen Eindruck davon, wie groß die Dachfläche sein muss, um ein Einfamilienhaus mit Warmwasser zu versorgen.

Anders als Erdöl, bei dem absehbar ist, dass es als Energielieferant nur noch für begrenzte Zeit zur Verfügung steht, ist Holz als nachwachsender Rohstoff ein zukunftsfähiger Energieträger, mit dem man zum Beispiel mit einem Pelletsofen so bequem heizen kann wie mit einer Ölheizung. Dass Holz nicht nur zum Heizen verwendet werden kann, erläuterten die Architekten und boten eine Auswahl an Dämmstoffen an, die aus nachwachsenden Materialien hergestellt sind. Außerdem zeigten die Fachleute die verschiedenen Möglichkeiten auf, wie man in Holzständerweise bauen und Fassaden aus Holz gestalten kann. "Wer baut, sollte auch daran denken, wie sich diese Baustoffe später entsorgen lassen", räumt Daniel Rittler, Revierleiter des Kirchheimer Stadtwaldes, ein, und weist darauf hin, dass dies bei dem einheimischen Baustoff Holz völlig problemlos möglich ist.

In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Günther Riemer, wie notwendig es sei, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, sei doch die Verfügbarkeit von Energien die Herausforderung für die Industriegesellschaft. "Fossile Energien sind endlich", unterstrich der Bürgermeister. Die erneuerbaren Energien seien die "Option für die Zukunft". Auch wenn es ein langer Weg vom Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energie sei, führe kein Weg daran vorbei. In städtischen Gebäuden und Einrichtungen wie dem Freibad nutze die Stadt bereits Solarenergie und Geothermie zur Energiegewinnung. Bereits im Jahr 2001 habe die Stadt beim "Kirchheimer Sonnabend" über die Nutzung von Solarengie informiert. 2003 folgte eine Veranstaltung der Lokalen Agenda zur Altbausanierung. Nun sei geplant, eine Agenda-Gruppe Energie ins Leben zu rufen, um sich intensiv dem Thema zu widmen.

Bürgermeister Riemer dankte den Ausstellern für die Beteiligung an dem Aktionstag und würdigte besonders das Engagement von Michaela Gernert, in deren Händen die Gesamtorganisation des Aktionstages lag. Bei dem herrlichen Wetter boten nicht nur die Aussteller rund ums Rathaus eine Fülle von Informationen, auch für einen Ausflug am Nachmittag gab es interessante Ziele: Das Pelletswerk in Notzingen war für Besucher geöffnet und in mehreren Privathäusern in Kirchheim und Umgebung sowie auf der Sportanlage im Rübholz konnten Solaranlagen besichtigt werden.