Lokale Wirtschaft

IG Metall fordert Tarifvertrag für Recaro

KIRCHHEIM Nachdem die Firma Recaro in Kirchheim ihre Mitgliedschaft im Metall-Arbeitgeberverband zum Jahresende gekündigt hat (wir berichteten) hat die IG Metall in einer Mitgliederversammlung beschlossen, die Geschäftsleitung zu Tarifverhandlungen aufzufordern.

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Ziel der IG Metall ist es, über den 31.12.2005 hinaus tariflich abgesicherte Regelungen zu haben und die Arbeitsplätze zu sichern. Es wurde eine 15-köpfige Tarifkommission gewählt, die bis Ende Juli Forderungen an die Geschäftsleitung beschließt. Damit reagiert die IG Metall auf den Versuch der Geschäftsleitung, mit den rund 330 Tarifbeschäftigten Einzelarbeitsverträge abzuschließen. Inhalt des Arbeitsvertrags ist unter anderem der Verzicht auf alle tariflichen Regelungen von der Lohnerhöhung über Zuschläge und vermögenswirksame Leistungen bis zum Alterskündigungsschutz und der Altersverdienstsicherung. Die Wochenarbeitszeit wird ohne Entgeltausgleich auf 40 Stunden erhöht, Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden an die Erreichung vorgegebener Ertragsziele gekoppelt. Selbst der Urlaubsanspruch wird auf 24 Arbeitstage reduziert und steigt mit Betriebszugehörigkeit und Lebensalter. "Selbst in Kleinstbetrieben sind die Arbeitsverträge meist besser", so Jürgen Groß-Bounin von der IG Metall Esslingen.

Die IG Metall hat alle Beschäftigten aufgefordert, diese Arbeitsverträge nicht zu unterschreiben. Alleine bei der IG Metall Esslingen sind gut ein Viertel der ausgegebenen Verträge eingegangen. Damit dürfte bereits der Weg einzelvertraglicher Regelungen nach dem 31.12.2005 unmöglich geworden sein. Je weniger Mitarbeiter ihre Verträge an das Unternehmen zurückgeben, desto größer werde die Chance auf eine tarifvertragliche Regelung.

Hintergrund ist die Forderung der Geschäftsleitung, 3,6 bis 4 Millionen Euro bei den Beschäftigten einzusparen. "Sollte die Geschäftsleitung nicht von ihren Maximalforderungen abgehen oder versuchen, ihr Alternativszenario der Verlagerungen zu realisieren, dann wird die IG Metall alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um die Arbeitsplätze in Kirchheim zu erhalten, und zwar unter akzeptablen Arbeits- und Entlohnungsbedingungen", so Groß-Bounin.

pm