Lokale Kultur

Im Einklang mit der Natur im Leben und auf der Staffelei

LENNINGEN/NOTZINGEN Natur, Mensch und Tier in einer geradezu vollkommenen Einheit dies vermitteln die Bilder von Alfred Seitz

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IRIS HÄFNER

aus Notzingen. Stimmungsvoll hat er seine Motive festgehalten: den alten Schäfer aus Wellingen, der gemütlich im Kreise seiner Schafe auf seiner Schippe lehnt, oder den Seniorfischer, der seine Netze auf dem Bodensee nahe der Reichenau einsammelt.

Schon in der Lehre zum Maler und Tapezierer hat der 1935 geborene Alfred Seitz begonnen zu zeichnen. Im Laufe des Berufslebens ist es dann allerdings recht schnell zum Stillstand des künstlerischen Schaffens gekommen, erst recht, als er sich in Wernau selbstständig machte. Anfang der 80er-Jahre entdeckte er seine kreative Ader wieder. In dieser Zeit schloss er auch Freundschaft mit Karl Demetz, dem Tier- und Landschaftsmaler aus Apfelstetten auf der Schwäbischen Alb. "Wenn es sich geschäftlich einrichten ließ, bin ich hin und wieder mit ihm in die Natur gefahren, und wir haben gemeinsam Studien gemacht", erinnert sich Alfred Seitz. Entstanden sind in dieser Zeit Impressionen von Wacholderheiden und anderen typischen Alblandschaften. Von Karl Demetz hat er auch zahlreiche Tipps bekommen, beispielsweise was Farbmischung oder Pinselstrich anbelangt.

Die Tage in der Natur waren und sind für den Notzinger Entspannung. "Vor meiner Staffelei kann ich vom Alltag abschalten", erzählt Alfred Seitz. Obwohl nun im wohlverdienten Ruhestand, hat er nicht viel mehr Zeit für sein kreatives Hobby als zur Zeit des Arbeitslebens. Als rüstiger Rentner ist er nicht nur bei der Familie ein gefragter Mann.

Ohne Bleistift und Skizzenblock geht der Naturliebhaber nicht spazieren. Zahllose Motive hat er so festgehalten. Auch Fotografien dienen ihm als Vorlagen für seine Malerei. So etwa das Kuhgespann mit den beiden alten Frauen, die noch lange im Automobilzeitalter zum Stadtbild von Nürtingen gehört haben. Der pflügende Bauer findet sich des Öfteren im Werk des schwäbischen Malers. Inspiration für dieses zwischenzeitlich nicht mehr alltägliche Motiv findet er auf Fuhrmannstagen. Doch auch die Graugänse bei und auf den Wernauer Baggerseen haben es dem Naturfreund Alfred Seitz angetan. Gelassen schwimmen sie auf dem tiefblauen See oder erholen sich von ihrer langen Flugreise auf den angrenzenden Wiesen. Luftig leicht dagegen ist mit groben Pinselstrichen die Obstbaumblüte unterhalb des Hohenneuffens an einem Frühlingstag festgehalten, ebenso der Frühling im Bissinger Loch mit seinen Linden, dem Sattelbogen und der Viehweide.

Viele Bildmotive wird der Besucher der Ausstellung im Lenninger Schlössle wiedererkennen, die am Freitag, 23. September, um 19.30 Uhr eröffnet wird. Nicht nur die Bodenseegegend um Allensbach und die Reichenau hat Alfred Seitz auf der Leinwand festgehalten, sondern vor allem die Schwäbische Alb: eine grasende Schafherde vor der Limburg, das Randecker Maar oder ein typischer Herbstwald. Die Einführung in das Werk wird Bruno Ensslen halten.

INFODie Ausstellung "Alfred Seitz Schwäbische Malerei" ist vom 23. September bis 22. Oktober im Schlössle in Oberlenningen zu sehen. Die Öffnungszeiten sind dienstags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs von 15 bis 18 Uhr, donnerstags von 15 bis 19.30 Uhr, freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr.