Kirchheim

Im Kurs lernen Frauen das Fahrradfahren

Aktion Nicht jeder radelt von Kindesbeinen an. Für einige Frauen aus muslimischen Ländern ist es eine Premiere.

Kirchheim. Jeder kann radeln, aber man muss es erst einmal lernen. Unter diesem Motto hat das Mehrgenerationenhaus Linde in Kirchheim zusammen mit der Bruderhaus-Diakonie einen Radfahrkurs für Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund veranstaltet.

Über zehn Frauen verschiedenen Alters radelten gemeinsam über den Pausenhof der Freihof-Realschule. Den Teilnehmerinnen aus Syrien, der Türkei, dem Irak und Afghanistan wurden schrittweise das Radfahren und die Verkehrsregeln erklärt. „Wer keinen Führerschein hat und nicht Radfahren kann, ist in seiner Mobilität und in der Teilnahme am städtischen Leben sehr eingeschränkt“, sagt Jana Haag vom Mehrgenerationenhaus. Mit dem Kurs will die Einrichtung einen Beitrag dazu leisten, dass mehr Frauen Alltägliches einfach mit dem Fahrrad erledigen können. Sie rief gemeinsam mit Amina Ramadan von der Bruderhaus-Diakonie und der Radlehrerin Karoline Herrmann den Kurs ins Leben und stellte den Kontakt zu interessierten Teilnehmerinnen her.

Der Radfahrkurs ist eines von 20 Projekten, die 2017 im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ in Kirchheim umgesetzt werden. Weitere Unterstützung kommt vonseiten der Stadt Kirchheim und der Initiative Rad-Kultur. So ist die Radfahrschule für Frauen Teil der Aktionsgemeinschaft „Zusammenhalten - gemeinsam radeln“, die sich mit vier weiteren Projekten seit Anfang 2017 für mehr soziale Teilhabe durch Radfahren einsetzt.

Wie die Bilanz des ungewöhnlichen Fahrradkurses aussieht? Am Ende der Trainingseinheiten konnten sich alle Teilnehmerinnen sicher auf dem Zweirad bewegen. Das Zutrauen ins Radeln im Alltag ist da. „Ich fahre! Das ist ein tolles Gefühl“, fasst eine Teilnehmerin das neue Gefühl zusammen. Um das Erlernte gleich in der Radsaison anzuwenden, heißt es nun: üben, üben, üben. Bereits nach den Sommerferien ist ein weiterer Kurs geplant. pm

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