Lokale Kultur

Im Raum sein Figurative Zeichnungen

KIRCHHEIM Am Sonntag, 8. Mai, wird um 17 Uhr in der Galerie im Kornhaus in Kirchheim die Ausstellung "Im Raum sein" eröffnet. Die dort ausgestellten figurativen Zeichnungen von Gerda Brodbeck und Tillmann Damrau sind bis einschließlich Sonntag, 26. Juni, zu sehen. Clemens Ottnad Kunstverein Reutlingen, Hans-Thoma-Gesellschaft führt in die Ausstellung ein.

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"Im Raum sein" zeigt zwei zeitgenössische Positionen figurativer Zeichnung. Beide, Gerda Brodbeck und Tillmann Damrau, zitieren in ihren Arbeiten keine Medienoberflächen, sondern erarbeiten Figuren, deren Präsenz sich der durch sie verdichteten Emotion verdankt.

Gerda Brodbeck und Tillmann Damrau thematisieren den Raum ganz unterschiedlich in den Arbeiten. Gerda Brodbeck ist der Raum ein Ort der Ruhe und der Konzentration, während für Tillmann Damrau der Raum ein Ort der Exploration und physischen Entfaltung ist.

Gerda Brodbecks großformatige Bilder entstehen nach Zeichnungen vor dem Modell. Sie sind aber weniger Porträts als vielmehr Menschenbilder.

Wiebke Trunk schreibt zu den Arbeiten von Gerda Brodbeck: "Sie verweisen in ihrer formalen Reduktion auf die Dimension existenzieller Endlosigkeit. Ihre Figuren inmitten großflächiger Farbräume schaffen vor diesem Hintergrund ein konzentriertes Verhältnis von Betrachter und Bild. Beide Teile dieses Verhältnisses befinden sich dabei in der Innerlichkeit ihrer jeweiligen Präsenz. Es ist, als träte man beim Anblick regelrecht in diesen Raum ein, um grenzfrei darin gehalten zu werden. Evoziert wird dies durch die extrem sublim entwickelten Oberflächen, durch die Linearität der Figuren, durch deren Hände, durch ihre Haltung und insbesondere durch den Ausdruck ihrer Augen. Hinzu kommt die Großformatigkeit der Exponate und damit der farbig behandelten Fläche, die die Figuren umgibt. Hier entsteht eine gleichsam immaterielle Beziehung von Figur und Raum, die ohne perspektivische Orientierung die Betrachter direkt in eine lautlose, ruhige Aufnahme des Sichtbaren führt, um damit zur fühlbaren Betrachtung eines inneren existenziellen Spiegels überzuleiten."

Zur Arbeit von Tillmann Damrau schreibt Dr. Uwe Dereif: "Alles dreht sich um die Figur. Die gezeichnete Figur bildet in der Kunst von Tillmann Damrau das Zentrum. Über seine Figuren definiert er Räume und Orte. Tillmann Damrau entwirft die Situation in jedem Bild neu. Seine Erfindungen sind überraschend und fordern vom Betrachter eins ums andere Mal sich neu zu orientieren. Im Körper behauptet Tillmann Damrau eine Einheit, hier verteidigt der ein Ganzes, das die Welt außerhalb nicht mehr bieten kann. Dabei greift er nirgends auf expressive Gesten oder aufs ins Symbolische reichende Posen zurück. Er meidet Posen, seine Figuren sprechen ohne Pathos, sie sind expressiv ohne Übertreibung. Sie geben sich zu erkennen, ohne zu verraten, wer sie sind. Wir müssen uns erst mit ihnen bekannt machen ein verlockendes Unterfangen."

pm