Kirchheim

Im Waldheim war gestern alles im Wasser

Feuerwehrtag Viele Schläuche bringen jede Menge Spaß und eine willkommene Abkühlung ins Ferienwaldheim am Ludwig-Uhland-Gymnasium. Von Andreas Volz

Ferienwaldheim am Ludwig-Uhland-Gymnasium, dort ist heute die Feuerwehr zugange und macht spaßige Sachen.Wasser Schüler Sonne Sp
Foto: Carsten Riedl

Auch wenn es das Ferienwaldheim der evangelischen Gesamtkirchengemeinde ist: Beim gestrigen Feuerwehrtag hatten die Kinder einen „Heiden-Spaß“, als das Wasser aus allen Rohren spritzte und sie sich dabei nach Herzenslust austoben konnten. Der frisch sanierte „Rote Platz“ auf dem Gelände des Kirchheimer Ludwig-Uhland-Gymnasiums ist dabei kräftig begossen worden.

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Eine kurze Ansage mit der Mahnung, anderen nicht ins Gesicht zu spritzen, gibt es noch, und dann heißt es auch schon „Wasser marsch!“ für die 163 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren, die jetzt gerade die abschließende zweite Ferienwaldheimwoche genießen. Außer vielen Schläuchen und etlichen kleineren Strahlrohren haben die zehn Jungs von der Freiwilligen Feuerwehr, Abteilung Stadtmitte, einen Hydroschild mitgebracht. Eigentlich ein Gerät für den Ernstfall, das eine Wasserwand bilden oder Dämpfe niederschlagen soll, sorgt der Hydroschild hier für große Freude.

"Andere wollen auch ihren Spaß"

Markus Kielkopf, der die Feuerwehrtruppe für das Ferienwaldheim organisiert hat, dreht das Wasser je nach Bedarf auf und ab, gerade am Wasserschild. Immer wieder setzt sich ein Junge drauf und freut sich, dass er das ganze Wasser blockiert. „Andere wollen auch ihren Spaß“, sagt Markus Kielkopf und dreht das Wasser erst wieder auf, als sich der Junge so langsam davontrollt.

Ferienwaldheim am Ludwig-Uhland-Gymnasium, dort ist heute die Feuerwehr zugange und macht spaßige Sachen.Wasser Schüler Sonne Sp
„Wasser marsch“: Wenn die Feuerwehr ins Ferienwaldheim kommt, handelt es sich nicht um einen Ernstfall, sondern um einen Riesenspaß für alle Kinder. Foto: Carsten Riedl

Inzwischen kommen weitere Kinder zu dem Feuerwehrmann und stellen alle möglichen Fragen. „Wie schnell kann ein Feuerwehrauto fahren?“ - „Wie teuer ist ein Feuerwehrauto?“ - „Warum sind auf dem Auto so neongelbe Streifen?“ Markus Kielkopf antwortet geduldig: „Wir fahren lieber nicht ganz so schnell, wenn wir dafür sicher ankommen. Je nach Auto und Ausstattung kostet so ein Fahrzeug schon mal 400 000 Euro. Die Streifen brauchen wir, damit man uns besser sieht, zum Beispiel bei schlechter Sicht auf der Autobahn.“

Das Ferienwaldheim bildet die Kinder also mitten in den Sommerferien weiter. Sie erweitern ihr Wissen und ihre Fertigkeiten - passiv, aber auch aktiv: Einer trägt seine ganz eigene Art der Wasserspritzpistole mit sich rum. Er hat ein kleines Loch in eine gut gefüllte Wasserflasche gemacht, durch das er mit sehr unschuldigem Blick, aber ziemlich präzise spritzen kann.

Das Ziel: Keine Faser bleibt trocken

Denn das ist das Ziel der ganzen Aktion: Am Schluss bleibt nicht nur kein Auge trocken, sondern nach Möglichkeit auch keine Faser mehr, die irgendjemand am Leib trägt. Vor allem den Mitarbeitern geht es an den Kragen.

René Gökeler, der das Ferienwaldheim gemeinsam mit Jugendreferent Klaus Onischke leitet, stürmt kurz die Tribüne am Rand des Sportplatzes und erklärt: „Wir holen jetzt möglichst alle Mitarbeiter auf den Platz, die keine Lust drauf haben, nass zu werden.“ Wehren hilft nicht, am Ende erwischt es jeden - fast jeden.

Ferienwaldheim am Ludwig-Uhland-Gymnasium, dort ist heute die Feuerwehr zugange und macht spaßige Sachen.Wasser Schüler Sonne Sp
Foto: Carsten Riedl

Klaus Onischke zumindest schafft es, sich der allgemeinen Bewässerung zu entziehen. Schließlich muss er ja der Presse noch weitere Details zum Ferienwaldheim erzählen: Die 163 Kinder sind in zehn Gruppen eingeteilt, teils nach Alter, teils nach Interessen sortiert. Drei bis fünf Betreuer zählt jede Gruppe - je nachdem, ob auch ein Kind der Lebenshilfe dazugehört, das vielleicht etwas mehr Betreuung braucht.

Der Tag ist genau durchstrukturiert, vom gemeinsamen Frühstück bis zum gemeinsamen Abendessen. Einmal während der zwei Wochen übernachtet auch jede Gruppe vor Ort. Dann gibt es abends einen Film und das gemeinsame Grillen auf einer Wiese.

Übergeordnete Themen sind dieses Jahr „Tiere im Dschungel“ sowie „Joseph und seine Brüder“. Beide Themen - das weltliche und das biblische - laufen parallel nebeneinander her.

Am morgigen Donnerstag ist Elternnachmittag. Dann können sich Papa und Mama oder auch die Großeltern das Ferienwaldheim zeigen lassen. Gut, dass die „Wasserschlacht“ bis dahin längst geschlagen ist: Erwachsene sind im Ferienwaldheim nämlich ein klein wenig wasserscheu.