Lokale Wirtschaft

In Paul K steckt ein bisschen Kirchheim

Der ehemalige Wirt von Bären, Klatsch und Nichts stellt am 6. Mai in der Teckstadt seine neuen Getränke vor

Die einen bevorzugen Holunderschorle, die anderen Bionade oder Kombucha-Drinks. Fest steht jedoch, dass neue alkoholfreie Erfrischungsgetränke in jeglichen Geschmacksrichtungen auf dem Vormarsch sind. Jetzt kommt ein neues Modegetränk auf den Markt, das eine ganz besondere Verbindung zu Kirchheim hat: Sein Erfinder war 14 Jahre lang Gastronom in der Teckstadt.

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Bianca Lütz-Holoch

Kirchheim. Der Kirchheimer Bärenwirt Michael Holz hat schon ein paar Probeflaschen Paul K im Kühlschrank stehen. „Meine Lieblingssorte ist Yuzu-Chili“, verrät er. Diese Vorliebe teilt er mit dem Erfinder des Erfrischungsgetränks. Aber das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit, die die beiden haben: Paul Kestermann, der dem kohlensäurehaltigen Getränk seinen Namen und sogar sein Gesicht geliehen hat, ist einer von Michael Holz‘ Vorgängern als Bärenwirt.

Noch heute erinnern sich zahlreiche Kneipen- und Partygänger an die Zeit, als Kestermann 1981 von Ibiza nach Kirchheim kam und die Eventgastronomie mitbrachte: Er holte DJs in den Bären und veranstaltete Beach-Partys. Sein Café Klatsch wurde zur In-Kneipe, Neue-Deutsche-Welle-Fans aus nah und fern pilgerten in Kestermanns Disco namens Nichts, und die jährlichen Tiefgaragenpartys im Parkhotel lockten bis zu 2 000 Gäste an. Kestermanns Zeit in Kirchheim endete jedoch 1996. Weil seine Frau in München Karriere machte, zog er zu ihr in die bayrische Hauptstadt.

Heute ist der 60-Jährige zwar nicht mehr selbst als Gastronom tätig. Mit der Szene ist er aber immer eng verbunden. Zum einen hat Kestermann das Gastronomen-Netzwerk Club 100 und eine Agentur für Markenkommunikation im Getränkebereich gegründet.

Nicht zuletzt arbeitet er aber auch als Getränkedesigner. „1998 habe ich ein Biermischgetränk auf den Markt gebracht“, erzählt Paul Kestermann, der in Gastronomenkreisen auch als Trend-Kreateur bezeichnet wird, von seinen Anfängen in der Branche. Mit dem Bier-Caipirinha-Mix und einem Absinth-Alcopop hatte er dann, wie Kestermann es selbst beschreibt, „erste schöne Erfolge“. Als kurz da­rauf aus Jugendschutzgründen die Alcopopsteuer eingeführt wurde, war dieser Aufschwung jedoch schnell zu Ende.

Zu seiner neuesten Kreation Paul K – dieses Mal eine alkoholfreie Mixtur – ist Kestermann über seine Agentur und die daher rührenden Verbindungen mit der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG gekommen. Das Unternehmen wollte ein trendiges Mineralwasser-Produkt kreieren – und war bei Kestermann da gleich an der richtigen Adresse. Der Getränkedesigner überlegte zusammen mit seinen Auftraggebern, wie man wohl einen Zitro-Sprudel in Szene setzen könnte. Die Lösung: Die japanische Zitrus-Frucht Yuzu mit einem Hauch Chili mischen, um einen scharfen Abgang zu schaffen. Als zweite Geschmacksrichtung hat Kestermann Açai-Cranberry auserkoren. „Açai ist sehr auf dem Vormarsch“, sagt er. Die brasilianische Palmfrucht hat der ehemalige Kirchheimer schon selbst auf Reisen in Brasilien probiert. „Dort kann man Açai an jeder Ecke als Brei kaufen.“ Für all diejenigen, die es nicht ganz so exotisch mögen, gibt es eine dritte Geschmacksrichtung: Tayberry. Die Kreuzung zwischen Himbeere und Erdbeere ist nach dem längsten Fluss Schottlands benannt. Bei Tayberry wird derzeit allerdings noch

Vom Dachdecker zum Segellehrer zum Gastronomen

nachjustiert: Der Geschmack gefällt dem Getränkeschöpfer zwar schon sehr gut, bei dem etwas eigenwilligen Geruch sieht er allerdings noch Verbesserungsbedarf.

Dass das Getränk Paul K seinen Namen trägt und auch noch sein Konterfei auf dem Etikett zu sehen ist, war nicht Kestermanns eigene Idee. Hintergrund ist jedoch, dass der Hersteller Authentizität wollte. „Sprüche und Geschichten, die echt sind.“ So ist der Slogan für das Produkt „Bleibt Euch selbst treu und offen für Neues“ auch eines von Kestermanns Lebensmottos – das er stets beherzigt hat. In Coesfeld bei Münster geboren, trat Kestermann als junger Mann zunächst in die Fußstapfen seines Vaters und wurde Dachdecker, bis er merkte: „Das bin ich nicht.“ Kestermann stieg aus, zog nach Ibiza, arbeitete dort als Segellehrer und Animateur, bis er schließlich in die Gastronomie fand – zunächst auf Ibiza, dann in Kirchheim.

Am morgigen Donnerstag kehrt der Wahlmünchner nun zu einer von Michael Holz organisierten Produktpräsentation einen Tag lang zurück in die Teckstadt. Dort will Paul Kestermann natürlich seine neuen Drinks vorstellen – aber nicht nur: „Ich freue mich schon darauf, viele alte Freunde und Ex-Gäste zu sehen und mich mit ihnen auszutauschen.“

Paul Kestermann stellt am morgigen Donnerstag, 6. Mai, in drei Locations in Kirchheim seine neuen Paul-K-Erfrischungsgetränke vor. Interessierte können vorbeikommen, probieren und sich mit dem Erfinder unterhalten. Um 16 Uhr startet die Produktpräsentation bei Getränke Banzhaf in der Kirchheimer Paradiesstraße. Ab 18 Uhr ist Paul Kestermann zu Gast im „Bären“. Dort werden neben dem Erfrischungsgetränk auch Häppchen gereicht. Der Abschluss des Präsentationstags findet dann ab 21 Uhr im „Wilden Mann“ statt. Übrigens: Paul K Erfrischungsgetränke soll es zunächst nur in Gastronomiebetrieben geben, später dann auch in Supermärkten. Allerdings führt der Kirchheimer Getränkehandel Banzhaf jetzt schon große Gebinde.