Lokale Wirtschaft

Innovativ, unkonventionell und erfolgreich

Lubrix Preisträger beim Landeswettbewerb für junge Unternehmen

Die Kirchheimer Firma Lubrix landete beim Landeswettbewerb für junge Unternehmen unter den Top Ten. Der Landespreis wird vom Land und der L-Bank vergeben und zählt mit einem Preisgeld von insgesamt 100 000 Euro zu den höchstdotierten Preisen bundesweit.

Stuttgart. Mit mehr als 500 Unternehmen haben sich so viele Betriebe wie noch nie um den Landespreis für junge Unternehmen beworben wie in diesem Jahr. „Die zehn Preisträger zeigen beispielhaft die hervorragende Qualität des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes Baden-Württemberg“, sagte Günther H. Oettinger bei der Preis­verleihung. Der Ministerpräsident ist Schirmherr des renommierten Wettbewerbs, der bereits zum siebten Mal vom Land und von der L-Bank vergeben wurde. Ausgezeichnet werden junge Unternehmen für ihr Unternehmenskonzept, ihre unternehmerische Leistung und ihren wirtschaftlichen Erfolg. Darüber hinaus sollen die Preisträger mit ihrer Persönlichkeit und mit ihrer sozialen Kompetenz ein Vorbild für andere Unternehmen sein.

Unter den Top Ten landete auch die Kirchheimer Firma Lubrix. Mit einer technischen Innovation hat sich Lubrix zu einem erfolgreichen jungen Unternehmen entwickelt. Die technische Neuerung nennt sich „Minimalschmiertechnik für moderne Werkzeugmaschinen“ und ermöglicht es, Metalle ohne die sonst übliche Überflutung mit Öl-Wasser-Gemischen zu bearbeiten. Stattdessen werden die Werkzeuge mit geringsten Mengen an Öl geschmiert. Der Vorteil der neuen Technik liegt vor allem im geringen Verbrauch: Statt 10 bis 20 Liter werden bei der Minimalschmiertechnik nur etwa 20 Milliliter Öl pro Stunde verbraucht. Häufig schont dies auch die Werkzeuge in der Produktion besser als eine konventionelle Schmierung. Ebenso profitiert die Umwelt: Konventionelle Öl-Wasser-Gemische enthalten Additive, die Mitarbeiter und Umwelt belasten können. Bei der Minimalschmiertechnik werden dagegen ausschließlich reine Öle ohne Zusätze verwendet. Viele renommierte Unternehmen wie zum Beispiel Audi, VW, MAN, Bosch und Siemens wenden das System von Lubrix an. Mittlerweile hält die Kirchheimer Firma auch einige Patente auf dieses innovative Verfahren.

Ingo Grausam, der das Unternehmen im Jahr 2001 gegründet hat, sieht seine Mitarbeiter als Verantwortliche für den Firmenerfolg: Durch ihre Flexibilität und ihre Kompetenz habe das Unternehmen auch etablierte und große Kunden überzeugen können. Der Gründer führt seine Mitarbeiter mit einem verblüffenden Leitsatz: Derjenige, der die Arbeit am besten kann, soll diese auch erledigen, und dies ungeachtet der Intention, die einmal bei der Einstellung des Mitarbeiters verfolgt wurde. So entwickelte sich eine ehemalige Fotolaborantin zur Leiterin der Baugruppenmontage des Unternehmens und ein als Industriemeister eingestellter Mitarbeiter leitet heute die gesamte mechanische Konstruktion. Der Erfolg dieses Konzepts und des innovativen Produkts zeigt sich auch an den Kennzahlen: Der Umsatz wächst jedes Jahr um rund 25 Prozent, die Zahl der Mitarbeiter hat sich seit 2001 von acht auf 13 erhöht.

Drei weitere Unternehmen aus dem Kreis Esslingen gehören zu den zehn besten Betrieben, die ausgezeichnet wurden: die ads-tec GmbH aus Leinfelden-Echterdingen, die Chemoform GmbH aus Wendlingen und und die ZinCo GmbH aus Unterensingen. „Das tolle Ergebnis für die Firmen aus dem Landkreis Esslingen unterstreicht die Innovationskraft unserer Unternehmen. Besonders freut es mich, dass zwei Unternehmen bereits beim Innovationspreis des Landkreises gepunktet haben“, so der Esslinger Landrat Heinz Eininger. pm