Lokale Wirtschaft

Ist die Rente sicher?

Ist die Rente wirklich sicher? "Im Prinzip schon", sagt der Rentenexperte Lothar Opitz. Allerdings sei nicht voraussehbar, zu welchem Preis und in welcher Höhe. Die gesetzliche Rente werde in den meisten Fällen nicht ausreichen, um im Ruhestand den gewohnten Lebensstandard zu halten.

KIRCHHEIM "Private Vorsorge ist unerlässlich", folgerte Dietmar Ederle von der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen beim jüngsten "Finanz-Forum" in Kirchheim. Der Leiter des Regionalbereichs Kirchheim für Privat- und Individualkunden stellte den Referenten Lothar Opitz vor, der "Versorgungslücken in der gesetzlichen Rentenversicherung" aufzeigte. In dem Vortrag verdeutlichte Lothar Opitz anhand von Beispielen, wie wichtig Eigeninitiative bei der Altersvorsorge ist.

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Ist schon die Formel zur Berechnung der Rente für die meisten Menschen "ein Buch mit sieben Siegeln", warnt Opitz erst recht davor, die Angaben der Rentenanstalten "unkritisch zu konsumieren". Was heute in einem Zwischenbescheid steht, könnte bei Renteneintritt zum Aha-Erlebnis der unangenehmen Art werden. Denn so lange wie der so genannte "Durchschnittsverdiener", der immerhin 45 Jahre lang Rentenbeiträge entrichtet, arbeiten immer weniger Berufstätige Arbeitslosigkeit oder Erwerbsunfähigkeit sind nur zwei Gründe dafür.

Allein der Rentenjahrgang 2004 hat deshalb Abschläge von durchschnittlich mehr als 14 Prozent in Kauf genommen. Tendenz steigend: Schon heute scheidet jeder vierte Deutsche aus dem Erwerbsleben aus, weil er den Beruf nicht mehr ausüben kann. Nach Nullrunden bei der Rente schließt Opitz Rentenkürzungen nicht aus. "Da die Rentendynamik an die Lohnentwicklung gekoppelt ist, würde ein Absinken der Gehälter auch zu geringeren Altersbezügen führen und darauf deutet die aktuelle Diskussion der Wirtschaft leider hin", erläutert der Fachmann. "Die Inflation dagegen macht nicht Halt. Die steigt weiter."

Dennoch begehen laut Opitz "viele Jüngere den Fehler, sich an der Rente von Oma und Opa zu orientieren". Auf solche Weise Rückschlüsse auf die eigene Rente zu ziehen, hält der Referent allein schon mit Blick auf das sinkende Rentenniveau für "eher gefährlich" und warnt vor einer "schmerzlichen Geldillusion".

Damit der Rentenfall nicht zum Finanzfiasko wird, rät Lothar Opitz dazu, sich frühzeitig zu informieren. Zunächst müssten die persönliche Vorsorgesituation und der Bedarf geklärt werden, um daraus ein maßgeschneidertes Vorsorgekonzept zu entwickeln. "Es gibt nicht ein Angebot für alle. Es muss individuell angepasst sein", betont der Rentenexperte. Auf die lange Bank schieben sollte man das Beratungsgespräch jedenfalls nicht, sagt Opitz. Sein Tipp: "Man kann nicht früh genug anfangen, daran zu denken."

pm