Lokale Kultur

Jazzmusik als Naturgewalt

KIRCHHEIM Gleich zwei interessante Begegnungen ermöglichte der Kirchheimer club bastion allen Freunden der Jazzmusik. Nach dem gestrigen Konzert mit dem "Jochen Feucht Quartett", werden am heutigen Samstag um 20.30 Uhr der Pianist Achim Jaroschek und der Schlagzeuger Günter "Baby" Sommer auftreten.

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Ursprünglich Rock-Drummer vertiefte sich der Oberhauser Achim Jaroschek, durch Joachim Kühn angeregt, ins Klavierspielen. Achim Jaroschek huldigt der Intensität des Augenblicks und zeigt, was er kann. Mal senkt er die Finger zum impressionistischen Zaubern, dann plötzlich spielt er verzwickte Licks, die an Chick Corea erinnern. Diese verzerrt er schließlich, stellt sie auf den Kopf, verrückt sie, durchsucht sie nach weiteren Strukturen, zerstört sie, gebiert neue Ideen, lässt das Klavier donnern ganz im Geiste Cecil Tylors.

Der Schlagwerker Günter "Baby" Sommer, 1943 in Dresden geboren, reiste ab 1979 mit DDR-Gruppierungen und dem Trio "Kowald-Smith-Sommer" durch ganz Europa und nach Japan. Auch im club bastion trat er damals auf mit Conny Bauer und anderen. Er begeistert vor allem durch seine Fähigkeit der Improvisation und sein einfallsreiches Trommeln. Mehrfach nahm er an den Musiktagen in Donaueschingen teil. Solo-Auftritte hatte er in der Philharmonie Westberlin und der DDR-Jazzbühne Berlin. Achim Jaroschek und Günter Sommer zelebrieren Kunst als Naturgewalt. Nicht von Ungefähr bezieht sich der Titel der neuen CD (Wokonda) auf indianische Magie, also auf Erfahrungsbereiche jenseits europäisch geprägter Zweckrationalität.

Tasten- und Trommelgewitter, aber auch das Auskosten der Ruhe vor dem Sturm und nach dem Orkan, donnernde Schläge und romantische Reflexionen versprechen Achim Jaroschek und Günter "Baby" Sommer, die am heutigen Samstag um 20.30 Uhr im club bastion auftreten.

Karten für das Konzert gibt es an der Abendkasse und im Vorverkauf bei Juwelier Schairer beim Rathaus, Telefon 0 70 21/24 04.

cb