Kirchheim

Keine großen Feiern mehr in der KW-Halle

Brandschutz Nur in wenigen Ausnahmefällen sind noch größere Veranstaltungen in der Konrad-Widerholt-Halle zulässig.

Kirchheim. Nachdem sie in den 1950er-Jahren gebaut worden war, erfüllte die Konrad-Widerholt-Halle über Jahrzehnte hinweg die Funktion einer Kirchheimer Stadthalle: Große Feste, Bälle, Faschingsfeiern, Theater - alles spielte sich dort ab. Außerdem diente die Halle auch dem Schul- und Vereinssport.

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Empore und Bühne zeugen noch von der großen Vergangenheit, scheinen jetzt aber zum Problem zu werden. Das entscheidende Stichwort lautet wieder einmal: „Brandschutz“. Auf Nachfrage von Stadtrat Hans-Peter Birkenmaier (Freie Wähler) sagte der Erste Bürgermeister Günter Riemer im Gemeinderat: „Die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen würden sehr viel Geld kosten. Wir rechnen mit 200 000 bis 400 000 Euro, um alle Bedingungen der Versammlungsstätten-Verordnung zu erfüllen.“ Um solche Summen in die KW-Halle zu investieren, fänden dort aber zu wenige öffentliche Veranstaltungen statt.

SPD-Stadtrat Andreas Kenner hatte dafür kein großes Verständnis: „Ich sehe nicht, wo da Gefahren bestehen könnten. Die Halle hat doch viele große Türen, und da steht man sofort im Freien, wenn etwas passieren sollte.“

Auf Nachfrage des Teckboten hat Bürgermeister Stefan Wörner die Gefahrenlage inzwischen präzisiert: Das Hauptproblem sind demnach eben die Bühne und die Empore sowie Materialien, die nicht den aktuellen Brandschutzbestimmungen entsprechen. Bühne und Empore verfügen auch nicht über die von Andreas Kenner genannten „großen Türen“, die sofort ins Freie führen.

Nur noch als Sporthalle in Betrieb

Die Lösung der Stadt sieht folgendermaßen aus: Die KW-Halle steht nicht mehr auf der Liste der Kirchheimer Versammlungsstätten. Benutzt wird sie folglich nur noch vom Schul- und Vereinssport. In diesem Fall ist der Brandschutz kein großes Problem, weil weder 200 Sportler auf einmal in der Halle sind noch Bühne oder Empore über Stunden hinweg sportlich genutzt werden. 200 Personen sind tatsächlich die kritische Grenze für Versammlungsstätten.

Bei Einschulungsfeiern versammeln sich locker mehr als 200 Menschen in der Konrad-Widerholt-Halle. Hier beruhigt die Stadtverwaltung zunächst: Die KW-Schule darf auch weiterhin den Schulbeginn ihrer Erstklässler in der benachbarten Halle feiern. Stefan Wörner schränkt aber bereits ein: „Das ist nur ausnahmsweise und nur mit den entsprechenden Auflagen möglich.“ Die Eltern werden trotzdem erst einmal aufatmen. Die Befürchtung, dass es keine Einschulungsfeiern mehr geben könnte, hatte Hans-Peter Birkenmaiers Frage im Gemeinderat nämlich ausgelöst. Andreas Volz