Lokale Wirtschaft

Keine Vergrößerung

Lidl hatte einen Antrag gestellt, um die beiden Lebensmittelmärkte in Kirchheim vergrößern zu können. Die Verkaufsflächen sollten um 100 bis 150 Quadratmeter erweitert werden. Dazu wären allerdings Bebauungsplanänderungen notwendig gewesen, die der Gemeinderat jetzt mit großer Mehrheit abgelehnt hat.

ANDREAS VOLZKIRCHHEIM Insgesamt hätten beide Märkte nach der Erweiterung jeweils rund 1 000 Quadratmeter Verkaufsfläche aufweisen sollen. Zusätzlich waren als Anbauten noch Räume mit etwa 70 Quadratmetern vorgesehen, für die Rücknahme von Pfandflaschen. "Lidl argumentiert, dass sich die Anzahl der Artikel nicht ändert. Änderungen soll es nur in der Präsentation der Artikel geben", führte Kirchheims Planungsamtsleiter Dr. Hermann-Lambert Oediger in der Gemeinderatssitzung aus.

Anzeige

Dennoch stellte er unter Berufung auf ein Gutachten fest: "Dadurch erhöht sich selbstverständlich auch der Umsatz." Weil das aber "einen Umsatzverteilungswettbewerb mit negativen städtebaulichen Auswirkungen" erwarten ließe, lautete der Verwaltungsvorschlag, keine Bebauungsplanänderung vorzunehmen. Ansonsten hätte das wahrscheinlich dazu geführt, dass auch die Wettbewerber Anspruch auf Erweiterung ihrer jeweiligen Märkte erheben könnten. Immerhin gibt es in Kirchheim bereits zwölf Lebensmittelmärkte mit einer Verkaufsfläche von mindestens 300 Quadratmetern ob es sich dabei nun um Discounter handelt oder um Vollsortimenter.

Die Kirchheimer Ratsmitglieder vertraten größtenteils die Meinung der Verwaltung. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Aeugle etwa lehnte den Lidl-Antrag mit folgender Begründung ab: "Diese Märkte sind jetzt schon größer als ursprünglich genehmigt und auch größer als der durchschnittliche Lidl-Markt." Ulrich Kübler von den Freien Wählern meinte, dass sich die Optimierung betrieblicher Abläufe auch auf der bestehenden Fläche erreichen lassen müsse. "Und wenn wir die Bedingungen für alle gleich halten, dann hat auch keiner Wettbewerbsnachteile", fügte er hinzu.

Andreas Schwarz (Grüne Alternative) bemerkte, dass sich der Markt selbst reguliere. "Aber wie stellen wir uns die Versorgung der Bevölkerung in der Stadt vor", fragte er in die Runde und plädierte für wohnortnahe Versorgung in möglichst allen Stadtteilen. Wolfgang Schuler (CIK) schlug vor, wenigstens die Pfandräume zu ermöglichen: "Das Pfand ist eine neue Pflicht, die nichts mit der Verkaufsfläche zu tun hat." Den übrigen Erweiterungsplänen stand er aber ebenfalls ablehnend gegenüber.

Gegenargumente lieferte die CDU: Mathias Waggershauser fand es "legitim, wenn ein Unternehmen seine Marktposition ausbauen will", und wollte dem nicht im Wege stehen. Auch Siegfried Pöschl sah keine Schwierigkeiten, 100 oder 150 Quadratmeter mehr an Verkaufsfläche zuzulassen: "Das Unternehmen investiert ja und schafft Arbeitsplätze." Aus den Reihen der CDU-Fraktion kamen denn auch die vier Gegenstimmen, als das Gremium die erforderliche Bebauungsplanänderung ablehnte. Weitere vier Ratsmitglieder enthielten sich der Stimme.