Lokale Kultur

Kinder musizieren in der Martinskirche für Familien in Not

KIRCHHEIM Passend zum diesjährigen Motto der Teckboten-Weihnachtsaktion gaben Kinder und Jugendliche am Samstag ein Konzert in

Anzeige

GABRIELE ROLFS

der Martinskirche: Die Spendengelder, die dieses Jahr gesammelt werden, sollen schwerpunktmäßig Familien in Not zugute kommen. Alle

O:STERN.TI_Organisationen, die mit im Spendenboot sitzen, kümmern sich um Familien und damit auch um Kinder und Jugendliche: "TRAM", der Treffpunkt für allein erziehende Menschen, das Jugendzentrum "KiZ" und die Diakonische Bezirksstelle, die mit den Spendengeldern gezielt Familien und Einzelpersonen unterstützen möchte. Die Lehrer der Musikschule Kirchheim hatten für diesen Anlass mit ihren Schülern ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet und konnten am Ende des Konzerts die Summe von 800 Euro als Spende für die Teckboten-Weihnachtsaktion weiterleiten.

Eröffnet wurde das Konzert vom Symphonischen Orchester der Musikschule unter der Leitung von Johannes Stortz. Passend zur Jahreszeit führten die Jugendlichen den "Winter" aus den "Vier Jahreszeiten" von Antonio Vivaldi auf. Der feine und geschlossene Klang des Orchesters überzeugte vom ersten Takt an. Der Solist Johannes Wagler, der den schweren Violinpart übernommen hatte, führte im zweiten Satz melodiös. Im dritten Satz fügte sich der gute Puls des Orchesters gut zum technisch sauberen Spiel des Solisten.

Eine Abwechslung zum klassischen Orchester bot das Querflötenorchester unter der Leitung von Sabine Märkle. Besonders klangvoll und schön gelang der weihnachtliche Choral von Johann Sebastian Bach "Ich steh an deiner Krippen hier", bei dem helle Flötenklänge auf einem satten Bassfundament die Martinskirche füllten.

Das junge Blechbläserensemble der Musikschule, die "Greenhorns", spielte unter der Leitung von Johannes Stortz einen "Rumba de Natale". Die fünf jungen Bläser verstanden es, eine Spannung herzustellen zwischen dem von allen getragenen Rumba-Rhythmus und solistischen Stellen: Einzelne wie Trompete oder Posaune durften sich solistisch von der Gruppe lösen, um sich danach wieder von ihr "einfangen" zu lassen.

Von den Schülern und Schülerinnen der Klasse Gertrud Junker wurde mit Gesang und Blockflöte Musik aus der Zeit des Barock präsentiert. In abwechslungsreichen Kombinationen mischten sich die hellen, quirligen Blockflötenklänge mit den getrageneren Stimmen. Auffallend waren die gute Melodieführung bei den Blockflöten und ein schönes Alt-Solo von Tabea Junker.

Wie schon das Symphonische Orchester hatte auch das Streicherensemble unter der Leitung von Takashi Otsuka große Literatur aufs Programm gesetzt: Rubina Bitzer und Silvia Schmid interpretierten als Solistinnen des Ensembles den zweiten Satz des Doppelkonzerts für zwei Geigen von Johann Sebastian Bach. Der Einstieg in den langsamen Satz gelang sanft und weich und tragend für die Solistinnen; der Gestus war musikalisch und fließend.

Viel Applaus und Begeisterung riefen die sechs Lieder aus dem Weihnachtsmusical "Am Himmel geht ein Fenster auf" von Uli Führe hervor, die von den Kinderchören der Musikschule (Leitung Beate Hofmann-Mundl und Betram Schattel) und Thomas Arnold am Klavier dargeboten wurden. Die Kinder trugen alle Lieder auswendig vor, die Texte waren auch noch in den hinteren Reihen der Martinskirche gut verständlich, und man hatte den Eindruck, dass die Kinder durchaus verstanden hatten, was sie sangen. Schwungvoll und fröhlich wurde da vom Weihnachtsgeschehen gesungen und dabei die Charaktere der unterschiedlichen Sätze gut getroffen.

Ein Saxofontrio, einstudiert von Tanja Heinkel, bot drei Tänze von Jean Bouvard dar. Das Menuett begann so tänzerisch, dass es wie eine richtige Tanzeinladung wirkte. Die drei Saxofone füllten die Kirche mit ihrem sanften Sound.

Als letzte Gruppe sang der Jugendchor der Musikschule unter der Leitung von Betram Schattel, am Klavier begleitete wieder Thomas Arnold. Besonders schön gelangen "A Christmas Wish" von Carl Strommen und "The Peace of God" von John Rutter. Bei "A Christmas Wish" sang der Chor schwungvoll trotz ruhigen Tempos und gestaltete die Dynamik interessant. Bei Rutters "The Peace of God" verdiente der Chor sich den großen Applaus sowohl durch einen fließenden, schwingenden Puls, eine facettenreiche Klangmischung der Stimmen als auch durch die mal zurückhaltende, mal aufblühende Dynamik.

Zum Abschluss luden die "Greenhorns" die Anwesenden noch zum gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern ein, mit dem das Konzert dann ausklang.