Lokale Wirtschaft

Kirchheim wird neuer Gesamtstandort des Unternehmens

Die BlessOF GmbH gibt den Standort Pfullingen zum Jahresende auf. Wie das Unternehmen in einer Presseinformation mitteilt, soll Kirchheim zum Gesamtstandort ausgebaut werden. "Durch die Zusammenlegung der beiden bisherigen Firmenstandorte werden letzte bestehende Doppelstrukturen bereinigt", heißt es.

KIRCHHEIM Die Aufgabe des Standorts Pfullingen zum Jahresende 2006 begründet das Unternehmen mit dem Hinweis auf anhaltenden Preisdruck, spürbare Kaufzurückhaltung und die schlechte gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland: "Auch die BlessOF GmbH, Pfullingen, ein führender Hersteller in den Bereichen Briefumschlagerzeugnisse sowie Sonderprodukte für Werbung und Verpackung, spürt nach wie vor die angespannte Marktsituation in der ganzen Papierverarbeitung."

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Um auch künftig im europäischen Gesamtmarkt am Standort Deutschland wettbewerbsfähig zu bleiben, sei BlessOF gezwungen gewesen, "weitere einschneidende Konsolidierungsmaßnahmen über alle Unternehmensbereiche hinweg einzuleiten". Verschiedene Projektgruppen hätten in den vergangenen Monaten Konzepte erarbeitet, über deren Umsetzung mit den Betriebsräten des Unternehmens verhandelt worden sei. "In diesem Zusammenhang wurden auch die beiden Produktionsstätten an den Standorten Pfullingen und Kirchheim hinsichtlich der Konsolidierungsmöglichkeit auf einen Standort untersucht, um den stark geänderten Rahmenbedingungen des Marktes Rechnung zu tragen", heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Geschäftsführer Thomas Schwarz zufolge war es oberste Priorität, "durch die Hebung von Synergiepotenzialen zukunftsfähige Kostenstrukturen zu schaffen". Am künftigen Gesamtstandort Kirchheim könnten viele Prozessabläufe neu gestaltet und damit optimiert werden. Der Papierverarbeitungsspezialist BlessOF setze nach wie vor auf den Standort Baden-Württemberg, so Geschäftsführer Martin Benz, obwohl bereits viele Wettbewerber ihre Arbeitsplätze ins mittel- und osteuropäische Ausland verlagert haben. Im Gegensatz dazu sei BlessOF als eine der wenigen Firmen innerhalb des Wettbewerbs tarifgebunden und sehe sich auch künftig als Partner des Arbeitgeberverbands VPI und der Gewerkschaft ver.di Fachbereich Medien.

Über die Verhandlungsergebnisse zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat wurde die Belegschaft am Dienstag und am Mittwoch im Rahmen von Betriebsversammlungen an den einzelnen Standorten informiert. Von derzeit insgesamt 470 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei BlessOF seien 154 von der Umstrukturierung betroffen. Aktuell erhalten 74 Personen in den Werken Pfullingen und Kirchheim Anfang Juli ihrer Kündigung, teilt das Unternehmen mit. Jede einzelne Maßnahme sei besonders schmerzlich, so Personalleiter Martin Fink, denn bei den vom betriebsbedingten Personalabbau betroffenen Personen handle es sich vielfach um langjährige und sehr erfahrene Mitarbeiter.

Geschäftsleitung und Betriebsrat haben für alle Betroffenen einen Sozialplan und Interessenausgleich ausgehandelt. Ein wichtiger Eckpunkt sei das Angebot an diese Mitarbeiter, in die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG) "mypegasus" eintreten zu können. Mit dieser bundesweit renommierten BQG mit Sitz in Reutlingen und Nabern habe BlessOF bereits in einer früheren Restrukturierungsphase erfolgreich zusammengearbeitet, so der Betriebsratsvorsitzende Uwe Heitmann.

Für die im Unternehmen verbleibenden Mitarbeiter wurde außerdem ein Plan zum Ausgleich von Nachteilen zwischen den Betriebspartnern vereinbart, was die umfangreichen Versetzungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Werk Pfullingen in den neuen Gesamtstandort Kirchheim anbelangt. Dazu gehören beispielsweise Shuttleverbindungen und Fahrgeldregelungen.

Was aus Sicht des Unternehmens für Kirchheim spricht, ist die Tatsache, dass sich hier "durch überschaubare bauliche Maßnahmen eine kundenorientierte und zugleich kostengünstige Zusammenlegung" erreichen lasse. Weitere Vorteile seien die Nähe zur Autobahn und die vorhandene Versorgungstechnik für den umfangreichen Spezialmaschinenpark.

pm