Lokale Kultur

Klangzauberer am Blechbläserhimmel

„The OzBrass“ in der Peterskirche

Weilheim. Als „Vollblutmusiker“ angekündigt worden waren die zehn Mitglieder des Blechbläserensem­b­les „The OzBrass“, die der Einladung

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des Posaunenchors der evangelischen Kirchengemeinde Weilheim anlässlich seines zwanzigjährigen Bestehens gefolgt waren. Und was die Besucher in Weilheim in der Peterskirche erwartete, war tatsächlich Musik auf höchstem Niveau. Jeder Einzelne ein Könner seines Fachs, haben sich zehn Musiker zu einem Ensemb­le zusammengefunden, das hervorragend harmoniert und mit spielerischer Leichtigkeit eine erstaunliche Bandbreite an unterschiedlichen Klangfarben hervorzaubert.

So wurde schon die Eröffnung des Konzerts mit Händels „Arrival of the Queen of Sheba“ zu einem klanglichen Erlebnis, das sich durch technische Virtuosität, perfektes Zusammenspiel und nicht zuletzt barocken „Groove“ auszeichnete. Neben strahlenden, festlichen Barock-Klängen bestachen die Musiker im ersten Teil des Konzertes auch mit weichen, runden Tönen wie in Bachs „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, in dem die Flügelhörner erstmals zum Einsatz kamen, sowie in Mendelssohns atemberaubend schön und ausdrucksstark vorgetragenem „Denn er hat seinen Engeln befohlen“.

Mit „Spirit of Brass“ von Enrique Crespo wurde der zweite, der Unterhaltungsmusik verpflichtete Teil des Konzerts, eröffnet – eine Demonstration von strahlenden, kraftvollen Klängen im Wechselspiel mit weichen, fast zart gespielten Melodie­linien. Aufgrund der kraftvolleren Klänge seien sie auch für mehrere Baufirmen tätig, um die Statik von Gebäuden zu prüfen, führte Jakob Guizetti in seiner humoristisch gefärbten Moderation an. Die anschließende musikalische Reise führte vom brasilianischen „Tico Tico“ über Filmmusik aus „Fluch der Karibik“ und den Bossa-Klassiker „Desafinado“ bis zu einem von Joachim Hilse, Trompeter des Ensembles, eigens für „The OzBrass“ komponierten „Samba do vale frio“, eine klangliche Hommage an seinen Heimatort: Stuttgart-Kaltental. Hier zeigte sich die ganze technische Virtuosität des Ensembles, die der Komponist sich geschickt zunutze machte, um einen Funken sprühenden, temperamentvollen und mitreißenden Samba zu kreieren.

Unterstützt wurden die Klangkünstler von Andreas Probst am Schlagzeug, der die klangliche Vielfalt durch sein souveränes und doch feinfühliges Spiel bereicherte und für eine gehörige Portion „Groove“ sorgte. Nach den zwei Traditionals „Londonderry Air“ und „Battle of Jericho“ bildete der „Florentiner Marsch“ das fulminante, einstweilige Ende des Konzerts. Nach Pfarrer Brändles Dankesworten folgten zwei Zugaben, „Colonel Hathi‘s March” aus dem „Dschungelbuch“ und „Highland-Cathedral“, mit denen die Musiker noch einmal die ganze Bandbreite ihres Könnens und nicht zuletzt auch ein erstaunliches Maß an Kondition unter Beweis stellten.

Alles in allem ein wahrhaft berauschendes Klangerlebnis, für das sich die zahlreich erschienenen Zuhörer mit Begeisterungsrufen und „Standing Ovations“ bedankten.