Lokale Wirtschaft

Klare Regelung

Weihnachtsgeld ist bis zu einem Betrag von 500 Euro unpfändbar. Darauf weist die Schuldnerberatungsstelle der Diakonischen Bezirksstelle Kirchheim hin.

KIRCHHEIM In diesen Tagen dürfen sich viele Beschäftigte über Weihnachtsgeldzahlungen freuen. Auch Personen, deren Lohn- oder Gehaltsauszahlung durch Pfändung geschmälert wird, kommen in den Genuss dieser Zuwendung. So können sie bis zu 500 Euro dieser Sonderzahlung behalten.

Anzeige

Die Schuldnerberaterinnen der Diakonischen Bezirksstelle machen aber die Erfahrung, dass die Berechnung des unpfändbaren Betrags nicht immer korrekt erfolgt. Dabei regelt die Zivilprozessordnung den Pfändungsschutz unmissverständlich. So sind "Weihnachtsvergütungen bis zum Betrag der Hälfte des monatlichen Arbeitseinkommens, höchstens aber bis zum Betrag von 500 Euro unpfändbar".

Damit der richtige Betrag überwiesen wird, sollen sich Betroffene rechtzeitig mit ihrem Arbeitgeber in Verbindung setzen. So können unliebsame Überraschungen vermieden werden. Treten Meinungsverschiedenheiten auf, kann die Vollstreckungsabteilung des Amtsgerichts zur Klärung beitragen.

Damit auch bei bestehenden Kontopfändungen der unpfändbare Betrag des Weihnachtsgeldes gesichert werden kann, müssen sich die Betroffenen frühzeitig um den Schutz dieser Summe kümmern. So müssen sie vor der Auszahlung beim örtlich zuständigen Vollstreckungsgericht einen Antrag auf Kontopfändungsschutz stellen, damit ihnen der geschützte Betrag verbleibt.

Laut Zivilprozessordnung ist ein entsprechender Antrag bei der Vollstreckungsabteilung des Amtsgerichtes dafür unbedingt Voraussetzung. Der Schutz auf dem Konto kann aber auch dann nur eintreten, wenn das Weihnachtsgeld jährlich gezahlt wird. Denn nur bei wiederkehrenden Einkünften wird analog der Rechtsprechung der Gerichte ein unpfändbarer Freibetrag gewährt.

pm

INFOWeitere Informationen erteilen die Mitarbeiterinnen der Schuldnerberatung der Diakonischen Bezirksstelle unter der Telefonnummer 07021 / 920 920.