Lokale Kultur

Kleine Abendmusik

WEILHEIM Wem fielen nicht spontan mehrere Lieder ein, die Vögel zum Thema haben? So ist es nicht verwunderlich, dass auch der Spielkreis unter der Leitung von Eva Narr im Rahmen der "Kleinen Abendmusik" im evangelischen Gemeindehaus am Egelsberg dieses Thema in den Mittelpunkt seines Programms stellte.

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Um es gleich vorwegzunehmen: es war ein amüsantes und kurzweiliges Konzert. Der Spielkreis ist ein Blockflötenensemble aus ungefähr fünfzehn Jugendlichen im Alter von zwölf bis siebzehn Jahren. Wie bisher schon wurden die Blockflöten bei manchen Stücken von Cello (Irmgard Metzger) und Spinett oder Klavier begleitet. Die musikalischen Beiträge wurden durch zum Thema passende Gedichte aufgelockert von zwei Mädchen lebhaft und erfrischend vorgetragen.

Der Beginn war repräsentativ für das ganze Konzert: eine kleine Suite über das allseits bekannte Volkslied "Alle Vögel sind schon da". Von den folgenden Stücken verdient vor allem der Dialog der "Nachtvögel" erwähnt zu werden. Diese moderne Komposition, die die Klangmöglichkeiten der Blockflöten nicht nur im tonalen Bereich voll zur Wirkung brachte, wurde vom Publikum mit spontanem Beifall bedacht.

Die nächsten Stücke wurden vom Gämshornensemble aufgeführt. Das Gämshorn macht immer wieder großen Eindruck auf die Zuhörerinnen und Zuhörer. Man sieht es diesen Instrumenten nicht unbedingt an, wie wertvoll sie sind. Ursprünglich tatsächlich aus Gämshörnern gefertigt, verwendet man heute Rinderhörner, die von einem Betrieb in Tschechien in Handarbeit hergestellt werden. Die musikalische Imitation des Kuckucksrufs auch sonst in der Musik sehr beliebt kommt auf diesem Instrument dem natürlichen Laut sehr nahe.

Der nächste Programmpunkt war eine musikalische Rarität. Die Melodien aus "The Bird Fancyer's Delight" wurden im 18. Jahrhundert dazu verwendet, Singvögeln wie Lerche, Dompfaff oder Nachtigall verschiedene Melodien zur Nachahmung auf der Flöte vorzuspielen. Die so dressierten Vögel waren dann eine beliebte Attraktion der Fürstenhöfe.

Eine Besonderheit stellte auch das nächste "Stück für eine Flötenuhr" von Josef Haydn (1732-1809) dar. Eine Flötenuhr ist ein mechanisches Musikinstrument, von dem Haydns Dienstherr Fürst Esterhazy mehrere Exemplare besaß, und wahrscheinlich hat Haydn seine Stücke für diese Instrumente geschrieben.

Der zweite Teil des Konzerts nach der Pause war stärker solistisch bestimmt. Die heiteren Variationen über "Kommt ein Vogel geflogen" für Klavier waren eine sehr humorvolle musikalische Antwort auf die Frage: Wie hätten Mozart, Haydn oder Strauß das Thema dieses Kinderliedes kompositorisch ausgestaltet?

Am Schluss des Konzerts musizierten wieder alle Beteiligten in einem sehr publikumswirksamen Finale gemeinsam. Das "Spatzenkonzert" hielt genau das, was sein Titel versprach.

Wohlverdienter und langanhaltender Applaus, der sicherlich auch dem ganzen Konzert und allen Beteiligten galt, war der Lohn des zahlreich erschienenen Publikums für dieses humorvolle Stück.

pw