Lokale Wirtschaft

Kleine Schritte verändern die Welt

Ökologisch arbeiten und trotzdem den Profit erhöhen, ist das Ziel des Projekts Ökoprofit. Zur vierten Runde begrüßten Oberbürgermeister Zieger und Landrat Eininger im Bürgersaal des Alten Rathauses in Esslingen elf Firmen aus Stadt und Kreis sowie Vertreter der evangelischen Kirche. Zusammen mit Ökoprofit startet das kirchliche Umweltprojekt "Bewahrung der Schöpfung".

DAGMAR WEINBERG

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KREIS ESSLINGEN Die 41 Firmen, die in den drei vorangegangenen Runden zum Ökoprofit-Betrieb zertifiziert wurden, haben insgesamt 1,5 Millionen Euro gespart. Doch haben sie nicht nur etwas für den eigenen Geldbeutel, sondern auch viel für die Umwelt getan, machte Oberbürgermeister Jürgen Zieger deutlich. "Alleine im Bereich der Energie kommen die Einsparungen dem Jahresstromverbrauch eines Vier-Personen-Haushaltes gleich." Zudem wurde der Umwelt der Ausstoß von rund acht Millionen Kilo

CO2 und 430 000 Kilogramm Müll erspart, und mit dem eingesparten Wasser ließen sich 275 900 Badewannen füllen.

Landrat Eininger ist von der "Strahlkraft des Projekts" fasziniert, das im Jahr 2000 mit Betrieben aus der Stadt Esslingen startete. Für das Konzept zeichnete aber nicht die Stadtverwaltung, sondern die Agendagruppe Ökoprofit/Solarprofit verantwortlich, die das Projekt bis heute ehrenamtlich begleitet. So wurde immer wieder ein Name genannt: Elisabeth Nill. "Es ist vor allem Ihrer Beharrlichkeit zu verdanken, dass nun auch die Kirchen mit im Boot sitzen", machte Uwe Götz deutlich. Er ist Geschäftsführer von Arqum, der Gesellschaft für Arbeitssicherheit, Qualitäts- und Umweltmanagement, und begleitet gemeinsam mit seinem Kollegen Florian Berr die Betriebe auf ihrem Weg zum Ökoprofiteur.

Dass sich auch die Kirchen ins Umweltmanagement einklinken, ist für Uwe Götz ein Zeichen "für das Innovationspotenzial". Die Schöpfung zu bewahren "gehört zu unserem Glauben", unterstrich der evangelische Dekan Dieter Kaufmann.

Dennoch "tun uns Impulse von außen gut". Durch die Teilnahme an Ökoprofit wolle die Kirche deutlich machen, "dass wir in der Gesamtverantwortung stehen, einander brauchen und uns gegenseitig stärken." Global zu denken und lokal zu handeln liegt Elisabeth Nill am Herzen. Wer im Wettbewerb der Globalisierung bestehen wolle, müsse nicht nur in Bildung und Forschung, sondern auch in umweltgerechtes Wirtschaften investieren. "Das heißt auch, eine Vorreiterrolle bei den sozialen und ökologischen Standards einzunehmen." Der Ansicht, dass das lokale Tun nur ein Tropfen auf den heißen Stein sei, setzte sie ein afrikanisches Sprichwort entgegen: "Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, dann können sie das Antlitz der Welt verändern."

Elf UnternehmenAuch die vierte Runde von Ökoprofit stößt in der Stadt und im Landkreis Esslingen wieder auf große Resonanz. Folgende elf Firmen wollen in diesem und im nächsten Jahr zu den Ökoprofiteuren gehören: AMK Arnold Müller GmbH & Co. KG aus Kirchheim, 2E mechatronik GmbH & Co. KG aus Wernau, Helmut Zink Heizung Lüftung Klima Apparatebau GmbH aus Unterensingen, die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, Novotechnik Messwertaufnehmer GmbH aus Ostfildenr, Pilz GmbH & Co. KG aus Ostfildern, Schöll Rolladen GmbH aus Esslingen, Scholderbeck GmbH & Co. KG aus Weilheim, die Stadtverwaltung Esslingen mit dem Verwaltungsgebäude in der Abt-Fulrad-Straße und dem Mörike-Gymnasium, Senner Druck GmbH & Co. KG in Nürtingen sowie Wezel GmbH Kaltumform-Technik aus Frickenhausen.