Kirchheim

Klimaschutz mit Spaß ernst nehmen

Zwischenbilanz des Kirchheimer Klimaschutzbeauftragten der Öffentlichkeit vorgestellt

Die Stadt Kirchheim nimmt den Klimaschutz ernst. Vor rund einem Jahr hatte die Stadt den Klimaschutzbeauftragten Sascha Mohnke eingestellt. Dieser zieht nun Bilanz und stellt neue, umweltfreundliche Projekte vor, die auch Spaß machen.

Kirchheim. Wenn in der Stadt Kirchheim pro Jahr rund 86 Millionen gefahrene Autokilometer gezählt werden, ist es höchste Zeit, Klimaschutz zu betreiben. Das vergangene Jahr war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Bürgermeister Günter Riemer mahnt, dass Ziele zum Klimaschutz nicht aus den Augen verloren werden sollen. „Der Marathon beginnt mit dem ersten Schritt und endet im Ziel.“

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Sascha Mohnke unterstreicht Riemers Worte mit seiner Zwischenbilanz. Zwar habe man mit dem Umstieg auf Ökostrom bei der Stadtverwaltung den Kohlendioxid-Ausstoß in Jahresfrist halbieren können, dies sei aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Von 2009 bis 2013 wurde der Ausstoß zwar um 14 000 Tonnen reduziert, Mohnke sieht aber für die Zukunft noch viele spannende Aufgaben, um den Klimaschutz weiter aktiv voranzutreiben.

Im vergangenen Jahr habe man mit der Nikolaus-Aktion aufmerksam gemacht und die Fahrradfahrer, die mit funktionierendem Licht unterwegs waren, mit einem Schokoladenherz belohnt. Wie ein Videoclip zeigt, sei diese Maßnahme sehr gut angekommen, nicht nur bei den Fahrradfahrern. Die positiven Rückmeldungen bestärken Sascha Mohnke, die Rad-Aktion auszubauen.

So beteiligt sich Kirchheim in diesem Jahr an der bundesweiten Initiative „Stadtradeln“. Am 7. Mai gibt es eine Radschnitzeljagd durch Kirchheim. Da viele Geschäfte und Unternehmen mitmachen, gibt es an vielen Stationen weitere Erlebnisse; so könne man an einer Station zum Beispiel einen Crashkurs in Erster Hilfe bekommen oder bei der Feuerwehr im Beutelweitwurf um Rang und Ehre kämpfen. Die Schnitzeljagd per Rad ist optimal für Familien, Schulen und Vereine. „Radkultur“ ist bundesweit das größte Klimaprojekt.

Sascha Mohnke erklärt, dass er sich wie ein Reisender mit voll bepacktem Koffer fühle. Es gebe so viele Dinge, die er im Grunde gleichzeitig machen wolle, jedoch müsse er selektieren: Was kann jetzt umgesetzt werden? Wofür ist die Zeit grade günstig? Er sieht vor allem Großprojekte als Chance, da man mit weitläufiger Wirkung über den Schwellenwert kommt.

Der Klimaschutz an den Schulen umzusetzen ist eines der Großprojekte. Das Konzept stehe, sagt Mohnke, die Finanzierung der dreijährigen Projektphase müsse allerdings noch beschlossen werden. Ebenso soll eine Sanierungskampagne gestartet werden, das Programm für günstigeren Wohnraum ist beauftragt. Als Meilenstein sieht er den neu gegründeten Energiestammtisch, bei dem sich Unternehmer treffen und austauschen können. Demnächst soll der erste Stammtisch stattfinden, sagt Mohnke und verweist auf die Klimahomepage der Stadt. Auf dieser könne auch jeder seinen eigenen Kohlendioxid-Ausstoß berechnen und zugleich sehen, wie dieser verringert werden kann.

Bei Bürgern, die neu nach Kirchheim ziehen, gehe man offensiv mit dem Thema Klimaschutz um. Neubürger erhalten ein Starterkit mit wichtigen Informationen. Ebenso erhalten alle Bürger in Kirchheim demnächst Infomaterial per Post nach Hause.

Im Anschluss konnten sich inte­ressierte Bürger mit Experten austauschen und etwa über das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) und dessen Wirkung und Sinnhaftigkeit diskutieren. Nächste Veranstaltung zum Thema Klimaschutz sind die Vorträge mit Raphael Fellmer. Der bekannte Umweltaktivist macht sich am 3. Juni Gedanken über ein Leben ohne Geld – Ohne Geld kein Leben. Die Bildungsreferentin Christina Alff stellt Invest-Möglichkeiten am Finanzmarkt bei erneuerbarer Energie vor.