Lokale Wirtschaft

Kliniken kämpfen mit knappen Budgets

Etwas verspätet haben die Kreiskrankenkenhäuser Ruit, Plochingen und Kirchheim-Nürtingen mit den Krankenkassen die Budgets für 2005 vereinbart. Während Ruit gut dasteht, muss Plochingen nach Sparwegen suchen. Alle drei Häuser kämpfen damit, dass die Steigerung der Lohn- und Sachkosten in den Budgets nicht aufgefangen werden.

ROLAND KURZ

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KREIS ESSLINGEN "Wir haben einen noch tragfähigen Kompromiss abgeschlossen", fasste Siegfried Schmid, Verwaltungsdirektor des Klinikums Kirchheim-Nürtingen das Ergebnis zusammen. Allerdings werde die Qualität der Leistungen finanziell nicht voll honoriert. Die Patienten seien immer schwerer krank, so Schmid, die Kassen verlangten aber für diese Entwicklung Beweise. Dies sei in den schwierigen Verhandlungen zum großen Teil gelungen.

Ein zweites Problem ist die Schere zwischen den Tarifabschlüssen, die von den Kliniken auf ein Prozent eingeschätzt werden, und der Anhebung im Budget, die auf 0,38 Prozent festgelegt wurde.

Knackpunkt in allen Krankenhäusern ist jedoch die Umstellung im Abrechnungssystem. So wurde 2005 der Katalog der Fallpauschalen gravierend verändert. Zum anderen wird bis zum Jahr 2010 die Vergütung auf einen landeseinheitlichen Basisfallwert nivelliert. Während der Übergangsphase wird den zu teuren Krankenhäusern jährlich etwas gekappt.

Das Kreiskrankenhaus Plochingen hat noch Mühe, sich dem Zielwert für 2010 zu nähern. Die kleine Klinik mit relativ hohen Fixkosten muss noch 150 000 Euro einsparen, um mit dem Basisfallwert klar zu kommen. Ursprünglich wollte Verwaltungschef Bernt Rommel deshalb den Eingangsbereichs in Plochingen später renovieren, jetzt habe er aber doch eine Möglichkeit zur Finanzierung gefunden. In Nürtingen spart Verwaltungsleiter Schmid an Instandsetzungen, aber ihm bereitet das kein Kopfzerbrechen. Er bekommt ja bald ein neues Krankenhaus für 96 Millionen Euro. Deshalb ist ihm auch nicht bange, dass er momentan die ihm zugestandenen Basisfallwerte um mehr als zehn Prozent überschreitet.

Das Paracelsus-Krankenhaus Ruit hat seine Kostenstruktur gut im Griff. Es kann einen Basisfallwert von knapp 2600 Euro vorlegen. Landesweit gilt der Zielwert von 2855 Euro. Im Zug der Anpassung an den Zielwert bekommt Ruit deshalb 420 000 Euro mehr für das Jahr 2005. Für die nächsten Jahre rechnet Rommel mit weiteren Budgeterhöhungen. Insgesamt glaubt er, werde Ruit am Ende der Konvergenzphase um fünf Millionen Euro besser dastehen. Rommel: "Wir sind guter Dinge für die Zukunft."

Das Erlösbudget für das Paracelsus-Krankenhaus Ruit wurde für 2005 auf 29,2 Millionen Euro festgelegt. Plochingen bekommt 7,3 Millionen Euro. Das Klinikum Kirchheim-Nürtingen verfügt über ein Erlösbudget von 52 Millionen Euro.