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Kommentar: Ende mit Schrecken

Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende: Dass Fabian Preuss nach 27 Monaten als Abteilungsleiter der VfL-Fußballer zurückgetreten ist, war am Ende unausweichlich. Zu sehr haftet dem promovierten Juristen der Makel zweier Abstiege in Folge sowie der Verschleiß von fünf Trainern binnen zwei Jahren an. Ob die sportliche Talfahrt der ersten Mannschaft auch unter einem anderen Abteilungsleiter vonstatten gegangen wäre, sei dahingestellt. Fest steht, dass dem VfL seit dem Oberliga-Aus vor drei Jahren der Spagat zwischen sportlichem Anspruch und finanzieller Wirklichkeit partout nicht mehr gelingen wollte, zumal es an der Jesinger Allee seit Jahren an Manpower hinter den Kulissen fehlt. Doch zeigt das Beispiel des umtriebigen Oliver Klingler, dass es in und um Kirchheim noch sehr wohl willige Helfer gibt, denen etwas am VfL-Fußball liegt. Wie sonst ist zu erklären, dass der 38-Jährige in nur wenigen Wochen das geschafft hat, was Preuss zuvor in zwei Jahren nicht gelang: Eine Mannschaft hinter der Mannschaft auf die Beine zu stellen, die im Sinne der Sache an einem Strang ziehen will. Ob Klingler und sein Team ihren Worten nun auch Taten folgen lassen und den Karren aus dem Dreck ziehen, bleibt abzuwarten. Zumal außer Lippenbekenntnissen bislang noch niemand wirklich Farbe bekannt hat. Dies war bei aller berechtigten Kritik der größte Verdienst von Fabian Preuss. Der Mann hat in einer Zeit Verantwortung übernommen, als es sonst keiner tat. Dass er damit die Abteilung vor zwei Jahren vor der drohenden Auflösung bewahrt hat, kann jedoch nicht kaschieren, dass er den Job des Abteilungsleiters komplett unterschätzt hat. Respekt gebührt seiner Einsicht, dass mit dem Rücktritt ein Schrecken ohne Ende für den VfL vielleicht doch noch verhindert werden kann.PETER EIDEMÜLLER

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