Lokale Kultur

Kreativer Umgang mit "Spuren" aller Art

KIRCHHEIM "Spuren" heißt das Thema der Schulkunstausstellung, die derzeit in der Galerie im Erdgeschoss des Kirchheimer Kornhauses zu sehen ist. Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus dem Kunstunterricht

Anzeige

FLORIAN STEGMAIER

zweier Kirchheimer Schulen, der Freihof-Realschule und der Teckrealschule. Der Begriff "Spuren" wurde dabei auf bemerkenswert vielseitige und kreative Weise künstlerisch ausgelotet. So wandeln die Schüler etwa in den Spuren prominenter Künstler der Moderne, wie zum Beispiel Friedensreich Hundertwasser, dessen farblich bewegte Utopien ein breites Spielfeld gewähren, sie empfinden mit Wasser- und Acrylfarben Jackson Pollocks Arbeitsweise des "action painting" nach und gelangen somit zu einer abstrakten, Farbe und Form freien Lauf lassenden Ausdrucksform mit dezentralisiertem Bildaufbau.

Allseits beliebt sind die opulenten "Nanas" von Niki de Saint Phalle, auf die mit farbigen Drahtplastiken Bezug genommen wurde. Auch im eigenen künstlerischen Tun schafft man Spuren. Aus diesem Gedanken heraus sind druckgrafische Arbeiten ausgestellt, Linolschnitte und Radierungen, die einen als Schnittspuren, die anderen als Kratzspuren interpretiert.

Aber auch im normalen Alltag begegnet man dem Thema "Spuren" auf Schritt und Tritt. Seien es die eigenen Fußspuren im Schnee oder im Sand, sei es die Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit jahreszeitlichen Spuren, mit Kräften der Zeit, der Witterung, mit Spuren der Wandlung, der Abnützung oder des Verschleißes.

Zudem eignet sich das Thema auch hervorragend zur Anknüpfung an die parallel gestartete "Rulaman"-Sonderausstellung, die das Städtische Museum im ersten Obergeschoss des Kornhauses zeigt. Daher nehmen einige der Exponate direkt auf David Friedrich Weinlands urgeschichtlichen Roman Bezug, dessen Schauplätze unter anderem auch einige Höhlen der Schwäbischen Alb sind. So wurde beispielsweise mit großem Fleiß das Modell einer steinzeitlichen Schutzhöhle gefertigt oder aber auch in Gruppenarbeit Episoden aus dem Weinlandschen Roman in Comic-Form umgesetzt, zwischen denen äußerst malerische, zum Teil an Henri Rousseau erinnernde Urwald-Aquarelle präsentiert werden. Die Schulkunstausstellung bietet dem Besucher eine Unzahl an Ansätzen und eigenen Anknüpfungspunkten.

Gelegenheit, sich selbst in der Ausstellung auf Spurensuche zu begeben, besteht noch bis einschließlich 4. September.