Lokale Kultur

Kreatives Schaffen

Über 20 Mitglieder stellen in der Volksbank aus

Kirchheim. Kunstwerke von nicht weniger als zwanzig aktiven Mitgliedern sind derzeit in den Räumen der Kirchheimer Volksbank am Marktplatz zu sehen. Im Rahmen der von

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FLORIAN STEGMAIER

dem Vorstandsvorsitzenden Ulrich Weiß eröffneten Vernissage führte Kunsthistorikerin Barbara Honecker in die beachtliche Vielfalt der Ausstellung ein und verortete die unterschiedlichen künstlerischen Positionen in drei großen stilistischen Gruppen.

Da ist zunächst die gegenständliche Malerei. Die Architekturdarstellungen von Günther Blessing und Waltraud Zizelmann wurden vor dem historischen Hintergrund der Vedouten von Canaletto oder den Stadtansichten von Merian gewürdigt. Die Blumenbilder von Fritz Ernst Nagel, Helmut Hehl, Claudia Spindler und Waltraud Zizelmann erschloss Barbara Honecker aus der Tradition niederländischer Stillleben und der Malerei des Impressionismus. Von „Farbexplosionen, bei denen die Stimmung in der Farbe und im Motiv zur Hauptaussage geriet“ war hier die Rede. Auch die Landschaften von Rainer Trostmann, Rolf P. Mittendorf, Hehl und Zizelmann dürften aus der Tradition und den künstlerischen Errungenschaften des Impressionismus gesehen werden.

Mit einem anderen Medium, der Schwarz-Weiß-Fotografie, nähert sich Kathrin Borchert der Landschaft, Barbara Honecker sprach hier von einer „ruhigen und leisen Erzählfreude“, die in den Arbeiten zum Ausdruck komme.

Die zweite Gruppe von Kunstschaffenden fasste die Laudatorin unter dem Begriff der Fantastik zusammen. Mit Verweis auf die Pariser Surrealisten, die seit den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts Ängste, Gefühle, Wünsche und vieles mehr in ihren Bildern artikulieren, ging Barbara Honecker auf die Werke von Manuela Schubert, Brigitte Meller, Gerd Raff und Gisela Spangenberg ein, die jeweils „auf ihre Art ihre persönlichen Geschichten“ erzählten.

Als dritte Gruppe der Kunstrichtungen nannte sie die Abstraktion, die sie rückblickend auf Wassily Kandinsky als äußerst individuell ausfallende „Zustandsbeschreibung“ eines Künstlers charakterisierte und dem Vernissagepublikum nahe legte, die Arbeiten von Elisabeth Goll, Roswitha Remmel, Bruni Sienz, Dr. Hans-Otto Simm und Roswitha Ade unter diesem Aspekt zu betrachten.

Zuletzt warf die Kunsthistorikerin noch einen Blick auf diejenigen Künstler, die keiner Gruppe zuzuordnen seien: Elisabeth Nägers Wort-Malerei – Barbara Honecker fand hier eine Parallele im Oeuvre Paul Klees – Brigitte Springmanns virtuose Scherenschnitte und die Plastiken von Elke Mauz, die als einzige Ausstellungsteilnehmerin die Gattung der Bildhauerei vertritt. Die Ausstellung lebt laut Barbara Honecker von Kontrasten, der Vielfältigkeit und den Gegensätzlichkeiten im künstlerischen Ausdruck. Die Freude am kreativen Schaffen eine dabei alle Werke.

Die Ausstellung ist bis einschließlich Freitag, 9. Mai, in der Kirchheimer Volksbank zu sehen.