Lokale Kultur

Künstler laden zum Besuch

„Ateliertage 2009“ am Samstag, 17. und am Sonntag, 18. Oktober

Kirchheim/Nürtingen. „Viel-seitig“ lautet am kommenden Wochenende das Motto der „Ateliertage 2009“, an denen insgesamt 26 Mitglieder der Kunstvereine Kirchheim und

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Florian stegmaier

Nürtingen Einblicke in ihre künstlerische Arbeit bieten. Ihre Türen öffnen die Kunstschaffende am Samstag, 17. Oktober, und am Sonntag, 18. Oktober, jeweils von 14 bis 19 Uhr.

Manuela Tirler, Atelierstipendiatin der Stadt Nürtingen, trifft man in ihren Räumen in der Mühlstraße 16 in Nürtingen an. In der begleitenden Broschüre, die den Besuchern der Ateliertage als Leitfaden zur Verfügung steht, nimmt Manuela Tirler den „Steppenläufer“, einen in Nordamerika und Australien beheimateten Strauch, in den Fokus.

Einer zufälligen Bewegung unterworfen, kolonisiert der Steppenläufer neue Gebiete, indem er im Herbst von seinen Wurzeln abbricht und vom Wind getrieben Samen zerstreut. Mit dem Aufgriff dieses botanischen Phänomens thematisiert Manuela Tirler in ihrer künstlerischen Arbeit die Wechselwirkungen zwischen Ort und Gegenstand, deren gegenseitigen Einflussnahmen und Veränderungen.

1977 in Stuttgart geboren, besuchte sie von 1998 an die Freie Kunsthochschule Nürtingen. Vier Jahre später schloss sich ein Studium der freien Bildhauerei bei den Professoren Pokorny, Ullman und Ganahl an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste an. Anfang 2009 wurde Manuela Tirler mit dem bis dato erstmals verliehenen Gerlinde-Beck-Kunstpreis ausgezeichnet.

„Mapo“ – mathematische Poesie – ist das Schlüsselwort zur Kunst von Lene Rose Gruner. Die Absolventin der Pädagogischen Hochschulen Ludwigsburg und Schwäbisch Gmünd sowie der Stuttgarter Kunstakademie hat eine „Kunstsprache“ entwickelt, die Bildinhalte von verschiedenen Bildrichtungen her neu zu definieren sucht.

Durch mehrfache Drehung der Mapo-Bilder entstehen verschiedene Kombinationen mehrdeutiger Bildteile, die wiederum zu neuen Bildaussagen führen. Lene Rose Gruners mathematische Poesie ist in Grabenstetten in der Uracher Straße 30 in Augenschein zu nehmen.

Der Technik des Aquarells und der Gouache widmet sich Irma-Luisa Gaugele. Landschaften und Blumen sind dabei ihre bevorzugten Themen. „Die Freude, meine Kreativität zum Ausdruck zu bringen, hat mich zur Malerei geführt“, erzählt die Künstlerin. „Meine Bilder spiegeln meine Empfindung wider, sich mit Farben und Formen auseinanderzusetzen“. Irma Luisa Gaugele und ihren Werken kann man in der Bohlstraße 22 in Owen begegnen.

Die immer wiederkehrende intensive Beschäftigung mit den Aspekten der Architektur rückt Gabi Finkbeiner in den Mittelpunkt. Aus den Fragestellungen heraus, wie wir wohnen, wie wir leben wollen, entstehen in ihrem Atelierhaus in der Kirchheimer Straße 54 in Jesingen Installationen, Stoffcollagen, Acrylbilder und Objekte.

Gabi Finkbeiner brachte – wie sie es formuliert – „ein Jahr in der Nähe der Kunst“ zu, nämlich an der Nürtinger Freien Kunstschule, anschließend besuchte sie die Freie Kunstschule Stuttgart von 2002 bis 2004. Seit neun Jahren betreibt sie zudem eine Mosaikwerkstatt.

Die Auseinandersetzung mit der Malerei begann für Rosemarie Fano bereits in den frühen 80er-Jahren. „Während ich in den 80er- und 90er-Jahren Landschafts- und Blumenmotive in Öl und Aquarell umgesetzt habe, entstehen seit einigen Jahren fast ausschließlich abstrakte Kompositionen in Aquarell oder Acryl“, schildert die Künstlerin ihren Werdegang.

„Die abstrakten Arbeiten geben Rätsel auf und verweigern sich jeglicher Eindeutigkeit.“ Bewusst verzichtet Rosemarie Fano darauf, ihren Arbeiten Titel zu geben. Den Betrachtern bleibt so der nötige Freiraum für eigene Assoziationen.

Das Atelier von Rosemarie Fano befindet sich in der Kirchheimer Hahnweidstraße 115.

Dass künstlerisches Schaffen mit Aufbruch, mit Unterwegs-Sein zu tun hat, weiß auch Sabine Fleischmann. „Der Mensch ist ein Reisender und ein Seefahrer, und jeden Tag entdeckt er eine neue Region in seiner Seele“, umreißt sie diese existenzielle Befindlichkeit.

Wasser, Landschaft und Figuration sind wiederkehrende Themen ihrer Kunst. Ebenso typisch ist seit einiger Zeit die Verwendung der Unschärfe als virtuos eingesetzter, ästhetisch eigenständiger Parameter. Handwerkliches Können und technische Vielseitigkeit hat sich Sabine Fleischmann nicht erst während ihrer Studien an der Nürtinger Kunstakademie erworben. Schon die Ausbildung zur Grafikerin und die Tätigkeit als Illustratorin legten hier ein breites und solides Fundament. Seit 2008 besteht das Atelier Fleischmann in der Gottlieb-Stoll-Straße 13 in Holzmaden.

Die Begleitbroschüre zu den Ateliertagen steht auf den Internetseiten der Kunstvereine www.kunstverein-kirchheim.de beziehungsweise www.kunstverein-nuertingen.de zum Download zur Verfügung..