Lokale Kultur

Kulturelle Kostbarkeiten

Die Veranstaltungsreihe „Kultursommer auf dem Hohenneuffen“ geht in die 14. Runde

Neuffen. Bald ist es wieder so weit: Noch schlägt der Winter zwar hartnäckig jeden Versuch des Frühlings, sich der Landschaft im wilden Süden zu bemächtigen, mehr oder minder erfolgreich zurück, doch besteht Anlass zur Hoffnung, dass sich das bis

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HEINZ BÖHLER

Donnerstag, 1. Mai, grundlegend ändert. An diesem Tag beginnt auf der Burg Hohenneuffen der traditionelle Kultursommer mit einem Countrymusic-Konzert, das Fried Roscher und seine Band „Westside“ bestreiten werden.

Mittelaltermarkt, Falknerei-Vorführungen, Square Dance, Spezialitäten-Menüs und vor allem Musik bilden auch im 14. Jahr des Kultursommers den Inhalt des Programms, das bis weit in den Herbst hinein mit einer kulturellen Kostbarkeit nach der anderen aufwartet. Einmal mehr hat die Familie Vetter weder Kosten noch Mühen gescheut, das Beste aus dem Ländle und wenn es sein musste auch von weiter her für das Publikum bereit zu halten. Auch die Radio-Macher von „Antenne 1“ sind wieder mit von der Partie und alte Freunde, wie Harry Parma (12. Mai und 7. September), die Aspach Buam (22. Mai), Martin Stark & friends mit einer Soulnight am 2. Juli und die Latinrock-Formation Aqua Loca, die es am 30. Juli wieder zur Latino Night krachen lässt.

Nicht nur Altbekanntes erwartet die Besucher des Hohenneuffen vor allem an den Sonn- und Feiertagen des Sommers 2008. Gleich am ersten Maisonntag dürfen die Kultursommer-Besucher gespannt sein auf den Deutschrocker „Vasee“ aus Reutlingen, der mit seiner Band und selbst gestrickten Songs für das berühmte „Gänsehaut-Feeling“ sorgen will. Eine Woche später kommen die Fans des traditionellen Jazz auf ihre Kosten, wenn der Nürtinger Saxofonist Peter Ruoff mit seiner „Hot Jazz Revival Band“ die Bühne betritt und am Sonntag, 18. Mai, sind die „Dicken Fische“ mit ihrer faszinierenden Mischung aus eigenen Songs und intelligent arrangierten Covers an der Reihe. Am Sonntag, 25. Mai, erfreuen Mercedes und ihre Companions mit bekannten Folksongs die Wander- und Musikfreunde.

Mit einigen ganz besonders leckeren Schmankerln musikalischer Art wartet der Juni im Burghof des Hohenneuffen auf. Nachdem am Sonntag, 1. Juni, der Schlaitdorfer Musikverein für Stimmung gesorgt hat, präsentiert „Red Wedding“ am Sonntag, 8. Juni, Spezialitäten aus der Rock’n‘Soul-Küche.

Nach einem heftigen Blut-, Schweiß- und Illusionsverlust, trauern die fünf Helden um Herrn „Hiss“ der abgelegten Juvenilität nach und wollen versuchen, ihre Fans mit den Produkten eines langwierigen und schweren Reifeprozesses vertraut zu machen. Das Leben ist ein Rodeo und am Abend des 18. Juni, einem Mittwoch, fallen die Würfel auf dem Hohenneuffen und es entscheidet sich das Schicksal der fünf Teufelskerle aus dem Remstal.

Loungiger Jazz, ursprüngliche Soulmusik und lockerer Swing stehen auf der Agenda der „Brosowkeys“, die am Sonntag, 6. Juli, die Burg erobern wollen. Nur drei Tage später, am Mittwochabend, 9. Juli, wollen „Nulltarif“ mit der Rocknacht den Beweis antreten, dass Neuffener Eigengewächse den Vergleich mit Silbermond und „Wir sind Helden“ nicht zu scheuen brauchen. Ganz besonders gut haben es dieses Jahr die Blues-Fans auf der schönsten Burgruine der AlWaren Kultursommer-Fans schon am Sonntag, 15. Juni, in den Genuss von Wolfgang Kalbs im Bottleneck- und Fingerpicking-Stil vorgetragenen Country-Blues gekommen, so wartet am Sonntag, 13. Juli, mit Ig­natz Netzer einer der profiliertesten Bluesgitarristen der Republik seiner Fangemeinde auf, begleitet von dem Mundharmonika-Virtuosen Albert Koch. Im September gibt es dann noch einmal einen „Bluesy Sunday“, wenn am 21. die Gruppe „Palo“ dem Mississippi-Delta-Blues frönt.

Doch bis dahin hat die Familie Vetter noch einige andere Trümpfe auf der Hand. Die Nacht der Liedermacher beispielsweise, die am Donnerstag, 17. Juli, über die Bühne gehen wird und mit „Omnitah“ eine junge Dame und ihre Songs präsentieren wird, die von einer Münchener Zeitung schon als die „schwedische Norah Jones“ gefeiert wurde. Den zweiten Teil dieses Abend wird der beliebte Minnesänger von der Ostalb, Harald Immig, mit seiner Partnerin Ute Wolf und Claus Wuckelt zusammen bestreiten.

Aus Neuffen kommen die „Beat­hovens“ und sie werden am Sonntag, 20. Juli, natürlich die Atmosphäre eines „Heimspiels“ in den Burghof hineintragen, bevor eine Woche später mit Ro Gebhard und Burdette Becks wieder der Jazz das Regiment in der Ruine übernimmt. Auch am Mittwoch, 23. Juli, grüßt Neuffen vom Innenhof der Burg aus den Rest des Landes, wenn mit Sebastian Aisslinger (Cello) und Frieder Sigloch (Gitarre, Gesang) zwei alte Bekannte der Folk- und Popsängerin Sarah Brendel mit ihren „Zwischentönen“ den Boden bereiten.

Mit „eRanBe“ und der Pink Floyd-Coverband „Shine On“ geht es am zweiten und dritten Sonntag im August etwas härter zur Sache, bevor am Wochenende 23. und 24. August mit dem „historischen Mittelaltermarkt“ der traditionelle Höhepunkt des Kultursommers auf die Besucher der Burg wartet.

Einmal mehr werden alte Handwerkstechniken und abenteuerliche Ritterspiele von alten Zeiten künden, als die Burg noch der Mittelpunkt des mittelalterlichen Lebens im Neuffener Tal war. Am Sonntag, 31. August, sind dann die „Magic acoustic Guitars“ mit ihrem musikalischen Cocktail hoher Gitarrenkunst zu hören, bevor am Sonntag, 14. September, die „Dicken Fische“ zum zweiten mal ihr musikalisches Feuerwerk abbrennen dürfen. Danach heißt es dann wieder Abschied nehmen, wenn nicht vom Sommer überhaupt, so doch vom Kultursommer auf der Burg Hohenneuffen.

Wenn zum Abschluss der Reihe am Sonntag, 28. September, die aus Neckartailfingen stammende Jazz-Vokalisten Cathy (Dorle) Wissmann mit ihrem Jazz-Trio die Bühne betritt, könnte es schon angeraten sein, den Weg auf die Burg nicht ohne eine wärmende Jacke anzutreten, denn dann hat der Herbst schon die ersten Schritte ins Land getan.