Lokale Kultur

Lamentationen Klagelieder des Jeremias

KIRCHHEIM Am Palmsonntag, 1. April, beginnt in Kirchheim in der Kirche Maria Königin um 17 Uhr ein feierliches Konzert zu Beginn der Karwoche. Das "Ensemble Tripla" Monika Tahiri, Martin Hermann und Ingrid Gräbner (Consortblockflöten) musiziert gemeinsam mit Gertrud Junker (Gesang) "Lamentationen aus der Renaissance". Pfarrer Hierlemann liest aus den Klageliedern des Jeremias.

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Die vierstimmigen Lamentationen wurden im 16. Jahrhundert von Johannes Gardano, Piere dela Rue, Thomas Creqillon und Johannes de Quadris vertont. Das Entstehen eines mehrstimmigen Karwochenrepertoires um 1500 zeigt, dass im Laufe der Zeit die Karwochenfeierlichkeiten ein besonderes liturgisches Gewicht im Kirchenjahr bekommen hatten. Dafür wurde eine besondere Musik benötigt. In einem einzigen historischen Augenblick verwandeln sich in Rom neben der Vesperpolyphonie die Lamentationen in große repräsentative und deutlich am Anspruch der Messe als führende liturgisch-festliche Gattung der Epoche orientierten Gattungen.

Das Karwochenrepertoire des späten 15. und des 16. Jahrhunderts konzentriert sich aber nicht auf Rom und den norditalienischen Raum. Mehrstimmige Lamentationen werden auch in den deutschsprachigen Ländern, in Frankreich, Polen, Slowenien und auf der iberischen Halbinsel sowie unter besonderen Bedingungen in den 1560er-Jahren in England vertont.

Das Programm wird ergänzt durch die Uraufführung der drei Responsorien von Laurent Jouvet, der diese im Jahr 2006 für Gertrud Junker und das "Ensemble Tripla" komponierte.

Das "Ensemble Tripla" besteht seit 1999. Seine besondere Vorliebe gilt dreistimmigen Werken des späten Mittelalters und der Renaissance und wird bei Vokalwerken unterstützt durch Gertrud Junker.

Monika Tahiri studierte, nach einer kirchenmusikalischen Ausbildung, neben Blockflöte in Nürnberg, Amsterdam und Wien Tonsatz und Stimmführungsanalyse nach Heinrich Schenker sowie Klavier bei Peter Barcaba. Weiteren Unterricht erhielt sie bei Pedro Memelsdorff (Bologna) und Jeremias Schwarzer (Nürnberg). Ihr bevorzugtes Tätigkeitsfeld sind die Kompositionen von Guillaume Dufay und Francois Couperin.

Martin Hermann begann sein Studium im Hauptfach Blockflöte bei Barbara Husenbeth in Trossingen und schloss mit der künstlerischen Reifeprüfung ab. Danach besuchte er Meisterkurse unter anderem bei Frans Brüggen, Jérome Minis, Matthias Weilenmann und Pedro Memelsdorff. Neben zahlreichen Solokonzerten arbeitete er schon mit bekannten Orchestern, Kammerensembles und namhaften Partnern wie Ernst Leuze, Laurent Jouvet und Samuel Kummer zusammen. Martin Hermann lebt als freischaffender Flötist und Blockflötenlehrer in Kirchheim und unterrichtet an der Musikschule Owen.

Ingrid Gräbner erhielt ihre Blockflötenausbildung bei Felicitas Keldorfer und Ernst Kubitschek in Salzburg. Seminare bei Nikolaus Harnoncourt, Jérome Minis, Matthias Weilenmann und Pedro Memelsdorff ergänzten ihre musikalische Tätigkeit. Sie wirkte mit bei kammermusikalischen Auftritten sowie als Solistin mit dem Orchester "Camerata Suevia". Sie unterrichtet hauptamtlich als Blockflötenlehrerin an der Musikschule Köngen/Wendlingen.

Gertrud Junker studierte an der Musikhochschule Freiburg, wo sie nach dem Studium der Germanistik und Schulmusik die Fächer Gesang und Blockflöte mit der Konzertreife abschloss. Anschließend war sie Meisterschülerin bei Elsa Cavelti in Basel und wurde Gründungsmitglied des "Arcadia-Ensemble", eines Spezialensembles für Alte Musik, mit dem sie sich an Musikfestivals, Konzertreihen und Rundfunkaufnahmen beteiligte.

Neben ihren Auftritten als Konzertsängerin für Alte und Neue Musik sowie im Oratorienbereich übt sie eine umfangreiche Lehrtätigkeit aus. So unterrichtet sie an der Musikschule Kirchheim die Fächer Gesang und Blockflöte und lehrt seit 1994 an der Hochschule für evangelische Kirchenmusik in Tübingen.

Der Eintritt zu dem Konzert mit Gertrud Junker und dem "Ensemble Tripla" ist frei, um angemessene Spenden wird jedoch gebeten. Weitere Informationen können unter www.ensemble-tripla.de abgerufen werden.

pm