Kirchheim

Langweilige Musik in den Kirchen?

Für den Singer-Songwriter Paul Colman gehören Kirche und Glauben mitten ins Leben

Paul Colman in seinem Element. Foto: Christian Schlienz
Paul Colman in seinem Element. Foto: Christian Schlienz

Kirchheim. Schon vor Konzertbeginn sah man den fröhlichen und energiegeladenen Australier Hände schütteln. „Hello, my name ist Paul“ und dann noch einen netten Spruch dazu und das Eis war gebrochen.

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Colman freute sich über die rund 80 Besucher, die der Einladung des Evangelischen Jugendwerks Bezirk Kirchheim am 14. Juli gefolgt waren. Von der ersten Minute an begeisterte der Grammy-nominierte Singer-Songwriter Paul Colman mit seiner charmanten, kraftvollen und witzigen Art das Publikum, das sich im vollen und gemütlichen Café Eckpunkt sichtlich wohlfühlte.

Zurzeit tourt paul Colman mit seinem neunten Album „Recalculating“ quer durch Deutschland. Colman spielt in seiner Heimat nicht nur auf den großen Bühnen mit Band, er bringt seine Lieder auch in Pubs und Kirchen.

Schmunzelnd meinte er: „Wenn die Musik in unseren Kirchen nicht so langweilig wäre, würden auch mehr Menschen kommen.“ So ist es für ihn selbstverständlich, zuerst einen irischen Pubsong und gleich darauf folgend „Say a little Prayer“ oder „If I was Jesus“ zu spielen, was er bei uns auch tat. Jedoch in manchen Kirchen traue er sich das nicht, scherzte Colman. Glaube und Kirche gehören aber für Colman mitten ins Leben und sind untrennbar mit diesem verwoben. So ist es ihm wichtig, neben coolen Sprüchen und Scherzen in seinen Konzerten auch von Gott als dem liebenden Vater zu erzählen.

Ein weiterer Höhepunkt war, dass im Publikum ein Kollege und Freund Colmans saß: Der in den USA lebende, Claas P. Jambor, der ebenfalls zurzeit auf Deutschlandtour ist. Colman spannte Jambor umgehend als Zweitstimme ein und scherzte fröhlich, nachdem Jamboor etwas textunsicher war: „Claas, du hast das Lied doch für mich geschrieben“.

Als das Kirchheimer Publikum nach über zwei Stunden eine Zugabe forderte, spielte Colman zum Schluss einen in sich verwobenen Coversong aus Dancing Queen und Amazing Grace. Auch hierzu hatte Colman natürlich auch eine Story. Als er bei einem Konzert noch fünf Minuten spontan füllen musste, spielte er Dancing Queen, dabei bemerkte er, dass Amazing Grace dieselben Akkorde hat – so entstand ein echter Publikumsreißer. Im Dezember werden Paul Colman und Claas P. Jamboor gemeinsam erneut in Kirchheim auftreten.jw