Lokale Wirtschaft

Lenningen öffnet sich für auswärtige Bauinteressenten

Künftig dürfen sich auch Auswärtige für einen Bauplatz in Oberlenningen und Schopfloch bewerben. Dies beschloss der Lenninger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung bei drei Gegenstimmen.

IRIS HÄFNER

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LENNINGEN "Es geht darum, die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde Lenningen zu verbessern", stimmte Lenningens Bürgermeister Schlecht seine Gemeinderäte auf den Tagesordnungspunkt "Vergabe von Gemeindebauplätzen" ein. Seit zehn Jahren muss die Gemeinde eine Verminderung der Bevölkerungszahlen hinnehmen. "Wegen des Rückgangs der Geburtenrate schaffen wir nicht einmal die Eigenentwicklung", verdeutlichte der Schultes die Situation.

"Gibt es Unterschiede bei den Ortsteilen?", wollte Georg Zwingmann wissen. Größter Ausreißer war nach Aussage von Bürgermeister Schlecht Schopfloch. Die Teilgemeinde hat in den vergangenen 10 bis 15 Jahren knapp 100 Einwohner verloren, doch auch Unterlenningen und Oberlenningen haben einen gehörigen Anteil am Rückgang der Bevölkerung. "Die Zahlen machen Kummer", sagte Dieter Beuttel. Jegliche Anstrengung sollte deshalb seiner Meinung nach unternommen werden, um Leute am Ort zu halten und neue hinzuzugewinnen. "Wir jammern immer, tragen aber nicht viel zur Verbesserung bei", merkte er selbstkritisch an.

"Wir können froh sein, wenn Leute zu uns kommen. Wir sollten deshalb die Klausel öffnen, denn wir werden sicherlich nicht von Interessenten überrollt", ist Wolfgang Tröscher der Auffassung. Völlig anderer Ansicht ist Kurt Hiller. "Ich bin dafür, dass wir alles beim Alten belassen. Die Anzahl der Anwohner hängt von Arbeitsplätzen ab, weshalb wir überlegen sollten, was wir für Handwerk und Industrie tun können", sagte er. Karl Boßler wollte wissen, ob die Bauplatzpreise Lenningens marktgerecht sind. "Wir liegen deutlich unter dem Durchschnitt", sagte dazu Michael Schlecht.

"Da oben liegt Geld brach. Wenn wir in Schopfloch Bauplätze an Auswärtige verkaufen, veräußern wir nicht das Tafelsilber", sagte Gunter Berger, Ortvorsteher von Schopfloch. Für die Albgemeinde, die in Konkurrenz zu Römerstein stehe, sei es wichtig, rund zehn Plätze verkaufen zu können. Dieter Beuttel schlug daraufhin vor, den Auswärtigen-Zuschlag für Schopfloch zu streichen. Gleicher Ansicht war auch Karl Sigel. Er stellte deshalb den Antrag, in Schopfloch auf einen Zuschlag von 20 Euro pro Quadratmeter zu verzichten, was auch bei drei Gegenstimmen mehrheitlich angenommen wurde.

Für die Wohnbaugebiete Oberer Sand II in Oberlenningen und Oberer Grund II in Schlopfloch können sich nun auch auswärtige Interessenten melden. Bislang kamen nur solche Bewerber zum Zuge, die entweder in Lenningen wohnten oder arbeiteten. Diese Öffnung gilt für 50 Prozent der jeweiligen gemeindeeigenen Wohnbauplätze. Die Preise liegen im Oberen Grund II bei 165 Euro, im Oberen Sand II bei 280 Euro.