Lokale Wirtschaft

Lenningen spart Strom

Neue Wege lohnen sich. Zu diesem Ergebnis kam der Lenninger Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung, als es um die Umstellung der Straßenbeleuchtung in allen Ortsteilen ging.

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Iris Häfner

Lenningen. „Das ist keine EnBW-Werbeveranstaltung“, machte Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht gleich zu Beginn des Tagesordnungspunktes klar. Für jeden Gemeinderat lag als Mitbringsel und Anschauungsobjekt eine Energiesparlampe auf dem Platz, damit sich jeder der Räte anschaulich ein Bild von dem machen konnte, um was es den Energieversorgern ging.

Hundertprozentig zufrieden ist der Rathauschef mit der Umstellung der Straßenbeleuchtung zwar noch nicht, doch mittlerweile gehen die Reklamationen der Anwohner über zu wenig oder zu viel Licht zurück. Insgesamt ist der Schultes jedoch mit der Leistung der EnBW zufrieden, nicht zuletzt dank der eingesparten Energie und damit auch der Kosten.

Rolf Klass stellte dem Gemeinderat einige Messergebnisse vor. In der Marktstraße wurden beispielsweise statt 1,4 Lux nach der Umstellung auf die neuen Lampen 5,3 Lux gemessen, obwohl das „Leuchtmittel“ statt 80 Watt auf 50 Watt reduziert wurde. „Das ist eine bessere Ausleuchtung der Straße bei geringerer Leuchtenleistung“, so der Fachmann. Zu ähnlichen Ergebnissen kam es bei zwei weiteren Messungen.

Die EnBW rechnet mit 20 Prozent Energieeinsparung nach der Umstellung. Eine Hochrechnung auf der Basis der Schaltstelle Unterlenningen ergab folgende Zahlen: Statt knapp 664 000 nun 464 000 Kilowattstunden beim Energieverbrauch. Eingespart werden pro Jahr knapp 200 000 Kilowattstunden, also 30 Prozent. „Das sind etwa 20 000 Liter Heizöl oder 20 000 Kubikmeter Erdgas und entspricht dem Jahres-Stromverbrauch von 57 Durchschnittshaushalten“, so Rolf Klass. Pro Jahr werden so auch 105 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen eingespart. „Das wiederum entspricht einer Kapazität von rund 190 000 Quadratmetern Mischwald“, so der Energiefachmann.

Da Lenningen als eine der ersten Gemeinden in der Region beschlossen hat, die Betriebsführung der Straßenbeleuchtung für die nächsten vier Jahre auf die EnBW Regional AG zu übertragen, folgten diesem Beispiel unter anderem auch Weil­heim und Erkenbrechtsweiler. Durch diese Synergien konnte der Energieanbieter günstiger einkaufen, was an Lenningen weitergegeben wurde.

„Wir haben die Zeichen der Zeit erkannt. Wenn wir Energie sparen, hat das auch etwas mit Naturschutz zu tun – das war eine gute Entscheidung“, so der Schultes. Auch Georg Zwingmann sieht die Umstellung positiv. „Das Ergebnis sollte uns Mut machen, in Zukunft nach neuen Lösungen zu suchen“, sagte er. Derartige Maßnahmen seien schon allein im Hinblick auf den Klimawandel wichtig. Er wünscht sich Tatkraft, damit neue Ideen umgesetzt werden können.