Lokale Kultur

Lichternetz verbindet die Region

Abschluss des Kulturprojekts der Kulturregion Stuttgart „Die Wasser des Neckar“

Kirchheim. Mit Lichternetzen in der gesamten Stuttgarter Region fand das Kulturprojekt „Die Wasser des Neckar“ seinen Abschluss. So auch in Kirchheim, wo sich am Löwenwehr eine überschaubare Truppe

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Marisa Schneider

einfand, die dem nasskalten Wetter trotzte. Zur „Blauen Stunde“ eröffneten die Turmbläser der Stadtkapelle Kirchheim mit ihrem Spiel an der Lauter die Veranstaltung. Die „Blaue Stunde“ – unter dem poetischen Begriff versteht man „die Zeit, zwischen der die Sonne unter den Horizont sinkt und dem Einbruch der nächtlichen Dunkelheit“, erklärte Gunnar Brenner, stellvertretender Leiter des Amts für Bildung, Kultur und Sport in Kirchheim und Organisator des Lichternetz’ der Teckstadt. Um seine mitgebrachte Laterne und deren flammende Kerze sammelte sich am Löwenwehr eine Gruppe, die, durch die weniger angenehmen Wetterverhältnisse bedingt, übersichtlich blieb.

Auch in anderen Städten der Region fanden sich zur selben Zeit Menschen zusammen, um Lichternetze zu bilden, mit denen das zwei Jahre dauernde Kulturprojekt „Die Wasser des Neckar“ endete. Stand 2008 noch der Neckar selbst im Mittelpunkt, waren es dieses Jahr seine Nebengewässer. Mit dem Projekt hatten die Initiatoren zum Ziel, den Neckar samt Nebenflüssen ins Bewusstsein der Menschen zu rücken und erfahrbar zu machen. Gunnar Brenner betonte diesbezüglich die besondere Rolle des Lichternetzes, das für die Verbundenheit der Region durch den Neckar stünde.

Insgesamt 30 Städte und Gemeinden, wie beispielsweise Nürtingen und Göppingen, beteiligten sich und organisierten mit. „2008 gab es eine Neckarschifffahrt und Kirchheim schickte seine Fliegergruppe, die über dem Neckar eine Show flog“, erzählte Gunnar Brenner. Dieses Jahr realisierte der Künstler Jürgen Palmer Klanginstallationen diverser Nebengewässer des Neckars, die in ihren jeweiligen Städten zu erleben waren. Der Kulturregion Stuttgart gehören der Verband Region Stuttgart, einige Kulturvereine und 38 Städte und Gemeinden aus dem Großraum Stuttgart an, zu denen auch Kirchheim zählt.

Die Bewohner der Teckstadt konnten Jürgen Palmers künstlerisch verarbeitete Klänge „ihrer“ Lauter allerdings noch gar nicht genießen, da diese erst 2010 vorgestellt werden. Doch auch wenn die Klanginstallationen erst nächstes Jahr in die Stadt kommen, hat Kirchheim dennoch mit allen anderen beteiligten Ortschaften den Abschluss des Kulturprojekts „Die Wasser des Neckar“ gefeiert.

Gunnar Brenner setzte beim Kirchheimer Lichternetz, im Gegensatz zu manch anderer Teilnehmerstadt, nicht auf laute Feuerwerke, sondern auf eine ruhige Veranstaltung. Den Kirchheimern wolle er ihre beiden Flüsse Lauter und Lindach durch eine gewisse Ruhe und deren natürliche Geräusche näherbringen. Die Flüsse seien in der Stadt größtenteils überbaut und würden so oft nicht wahrgenommen werden. Das konnten die beiden Schülerinnen Constanze Weeth und Carla Schweizer nur bestätigen. „Man verbindet Kirchheim eigentlich nicht mit einem Fluss. Die Lauter und die Lindach sind einem gar nicht wirklich bewusst.“ Deshalb fänden sie solche Veranstaltungen wie das Lichternetz ganz gut und mal „etwas völlig anderes“. Gleichzeitig hatten sie schon eigene Ideen, um die Kirchheimer Flüsse noch mehr in den Mittelpunkt zu rücken und schwärmten von einem Café oder einer Strandbar direkt an Lauter und Lindach.

Und auch Gunnar Brenner genoss das Spiel aus Musik, Kerzenlicht, Flussplätschern und den Farben, die die „Blaue Stunde“ an den Himmel zeichnete. Er empfand den Abschluss, trotz der Kälte, als ein „kleines, aber schönes Erlebnis“, das 2010 ja noch ein wenig weiter geht. Nähere Infos zu dem Kulturprojekt gibt es unter www.kulturregion-stuttgart.de.