Lokale Kultur

Liebe und Zauberei bei "Bastien und Bastienne"

KIRCHHEIM Die Kinderoper Piccolini aus Wien führte unter der Leitung von Stefan Kranitz im katholischen Gemeindehaus Sankt Ulrich in Kirchheim das Stück "Bastien und

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Bastienne" von Wolfgang Amadeus Mozart auf. Das Werk handelt von einem Liebespaar: Bastien und Bastienne. Bastienne glaubt, dass Bastien eine andere liebt und holt sich Rat beim Zauberer Colas. Aber auch Bastien lässt sich von Colas helfen.

Vor dem eigentlichen Stück führte Kiril Chobanov, der Darsteller des Colas, die Kinder in die Welt der Oper ein. Zunächst wurde gemeinsam mit den jungen Zuschauern erörtert, was alles zu einer Oper gehört. Dann demonstrierte er mit einer männlichen und einer weiblichen Handpuppe die verschiedenen Stimmlagen von Bass bis Sopran.

Die Puppen ließ er dabei übertrieben gestikulieren, was bei dem jungen Publikum gröhlendes Gelächter auslöste. Nach der Aufforderung, sich wie in einem richtigen Opernhaus zu fühlen, ging es dann auch schon los.

Der Berater Colas lief den beiden Hauptfiguren Bastien, gespielt von Stefan Reichmann, und Bastienne, gespielt von Margret Arnadottir, beinahe den Rang ab. Sein tolpatschiges Auftreten erheiterte das Publikum wieder und wieder.

Als er Bastienne riet, Bastien eifersüchtig zu machen, wurde diese tatsächlich zu einer flotten Biene. Sie hob ihr Röckchen, woraufhin das Schaf in Colas' Arm einen Blick darunter erheischte. Während Bastienne sang, war er schwer damit beschäftigt, das liebeskranke Schaf davon abzuhalten, sie anzustarren. So galt die Aufmerksamkeit des Publikums eher der lustigen Szene als Bastiennes Gesang.

Die Kinder wurden nicht nur vor, sondern auch während der Oper mit einbezogen. So fragte Bastien das Publikum, ob es denn wirklich wahr sei, dass sich seine Geliebte nun nach anderen Männern umschaue, was dieses laut bejahte.

Colas wollte auf Bastiens Bitten hin auch in dessen Schicksal eingreifen. Doch dazu fehlten ihm Zaubermantel und Hut. Nachdem diese nach mehrmaligem Aussprechen der Zauberformel nicht auftauchen wollten, forderte er das junge Publikum auf, ihm tatkräftig zu helfen. Dieses schrie dann auch laut "Hokuspokus" und "Abrakadabra". Mit Wirkung, denn beides kam wie von Zauberhand dahergeflogen. Der Hut entschuldigte seine Abwesenheit durch einen Discobesuch.

Es folgten eine Reihe Zaubertricks. Zum Beispiel zauberte sich Colas aus dem Nichts ein Brillenputztuch für seine schmutzige Zauberbrille oder machte aus einem rot-weißen Tuch ein gelb-grünes. Die Zuschauer staunten und man hörte hier und da ein bewunderndes "Wie macht er das nur?". Vor lauter Begeisterung schienen die Kinder die eigentliche Geschichte schon fast vergessen zu haben.

Doch die Darsteller hielten schon die nächsten Späße bereit. Beide suchten sich neue Geliebte im Publikum. Dass ihre Lehrer stark von den Darstellern umworben wurden, löste bei den Schülern schallendes Gelächter aus.

Am Ende fanden die beiden dann doch noch zueinander und zelebrierten ihre Liebe, indem sie sich ein riesiges Herz zuwarfen, auf dem "Ich liebe Dich" zu lesen war.