Kirchheim

Lieber einen Gang zurückschalten

Sommer Bewegung an der frischen Luft und bei schönem Wetter macht Spaß. Mit ein paar Tricks wird der Sport bei heißen Temperaturen nicht zur Qual für den Körper. Von Daniela Haußmann

Bei knackigen Temperaturen rät Diplom-Sportlehrer Jürgen Saur, beim Training auf den eigenen Körper zu hören. Foto: Daniela Hauß
Bei knackigen Temperaturen rät Diplom-Sportlehrer Jürgen Saur, beim Training auf den eigenen Körper zu hören. Foto: Daniela Haußmann

Steigen die Temperaturen über 30 Grad, halten Patienten mit Kreislauf- und Hitzeprobleme die Rettungsdienste auf Trab. Grund dafür: eine Störung des Wärmehaushaltes. Laut Jürgen Saur, Leiter des Vitalcenters an der „medius“-Klinik Ruit, versucht der Körper, seine konstante Temperatur von etwa 37 Grad zu halten. „Steigt die Temperatur draußen, aber auch die Körpertemperatur bei intensiver Bewegung, beginnt der Körper Blut in die Arme, Beine und Haut zu transportieren, um Wärme abzugeben. Der Körper fängt an zu schwitzen.“ Durch dieses Wasser kühlt er sich ab.

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Was den Organismus vor Überhitzung schützt, hat allerdings einen Nachteil. „Die Durchblutung und Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Muskulatur wird gedrosselt und damit auch das persönliche Leistungspotenzial“, berichtet der Experte. „Eine Wandertour oder ein Sporttraining fühlt sich an heißen Sommertagen also anstrengender an.“ Wer an Hitzetagen trotzdem auf Sport nicht verzichten will, sollte laut Jürgen Sauer lieber einen Gang zurückschalten.

Doch Achtung: So verschieden, wie die Menschen sind, so unterschiedlich fällt auch die individuelle Temperatursensibilität aus. Mit etwas Training kann sich der Mensch an Sport bei heißen Temperaturen gewöhnen, wie der Fachmann bemerkt. „Man sollte auf seinen Körper hören und eventuell auftretende Warnsignale ernst nehmen“, betont der Diplom-Sportlehrer. Wer Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Muskelkrämpfe verspürt, muss sofort aufhören. Solche Symptome können aber auch dann auftreten, wenn der Körper zu viel Wasser verloren hat.

Der Mensch kann kein Wasser speichern

Der Mensch ist kein Kamel. Wasser kann er nicht speichern. Statt vergeblich auf Vorrat zu trinken, sollte man bei körperlicher Anstrengung alle 15 bis 20 Minuten Wasser trinken. Wichtig ist, dass der Sportbegeisterte die Mineralstoffe, die er beim Schwitzen verliert, wieder zu sich nimmt. „Unabhängig davon, ob es sich um Nahrung oder Flüssigkeit handelt, wichtig ist“, sagt Jürgen Saur, „dass der Körper keine leeren Kalorien erhält.“ Also nicht zu zuckerhaltige Softdrinks, denn die bringen gar nichts: „Wanderer oder Sportler fühlen sich nach kurzer Zeit wieder schlapp, ausgelaugt oder hungrig.“ Deshalb ist es besser, zum Mineralwasser oder einer Apfelschorle sowie einem belegten Brot und Obst zu greifen, als zu Limo, Schokoriegel und dergleichen.

Wer an heißen Sommertagen unterwegs ist, sollte sich im Schatten bewegen. Noch besser ist es, frühmorgens oder spätabends seinem Hobby nachzugehen. Beim Wandern in höheren Berglagen rät Jürgen Saur, die Tour so zu planen, dass gerade Anstiege nicht in der prallen Sonne liegen. Und auch hier gilt es, lieber früh zu starten und spät den Rückweg anzutreten, um den Körper nicht der Tageshöchsttemperatur auszusetzen. Nahrung sollte in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt aufgenommen werden, um das Herz-Kreislauf-System nicht über die Maßen zu belasten.

Ob zu Hause oder auf Urlaubsreisen - diese Ratschläge helfen dabei, den Sommer möglichst ungetrübt zu genießen.

Clever auftanken mit Apfelsaftschorle

Bei körperlicher Anstrengung verliert der Körper durch das Schwitzen viel Flüssigkeit und Mineralstoffe. Fruchtsäfte, zuckerhaltige Getränke, Energydrinks und Limonaden verzögern die Flüssigkeitsaufnahme und sind als Sportgetränk ungeeignet.

Isotonische Getränke werden laut der AOK am schnellsten vom Körper aufgenommen. Hierzu zählt beispielsweise Apfelsaftschorle. Das Getränk ist ideal, um Flüssigkeits- und Mineralstoffverluste während des Trainings auszugleichen. Wer 25 Prozent Fruchtsaft mit 75 Prozent Wasser verdünnt, nimmt der Gesundheitskasse zufolge den idealen Durstlöscher zu sich. Die AOK rät, hier auf die Bezeichnung „Saft“ zu achten, die darauf hinweist, dass tatsächlich 100 Prozent Fruchtsaft in der Flasche stecken.dh