Lokale Kultur

Malerei, Fotografie und Objektkunst

Noch bis 10. November ist in der Städtischen Galerie im Kornhaus die Ausstellung „Blickwechsel“ zu sehen

Galerie im Kornhaus, Ausstellungseröffnung "BLICKwechsel", Kunstverein Kirchheim in Kooperation mit der Produzentengalerie in La
Galerie im Kornhaus, Ausstellungseröffnung "BLICKwechsel", Kunstverein Kirchheim in Kooperation mit der Produzentengalerie in Langenargen

Kirchheim. Malerei, Fotografie und Objektkunst versammelt die Ausstellung „Blickwechsel“, die derzeit

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Florian Stegmaier

im ersten Obergeschoss der Städtischen Galerie im Kornhaus in Kirchheim zu sehen ist. In dieser Kooperation mit der Produzentengalerie des Langenargener Kavalierhauses bleibt der Kunstverein Kirchheim seinem bewährten Konzept treu, sich mit anderen kulturschaffenden Institutionen auf überregionaler Ebene in gegenseitigem Austausch zu vernetzen.

Zugleich ist die Ausstellung auch Startschuss des Jubiläumsprogramms des Kunstvereins, der in diesem Jahr auf sein 30-jähriges Bestehen zurückblicken kann und in den kommenden Monaten eine umfängliche Mitgliederausstellung im Kornhaus sowie eine Festveranstaltung im Mehrgenerationenhaus Linde folgen lässt.

Den Vernissagegästen stellte Kunsthistorikern Helga Sandl die Positionen der drei ausstellenden Künstlerinnen sprachlich scharf umrissen vor Augen. In seinen verschiedensten Nuancen und Qualitäten strahlt intensives Gelb aus den Gemälden von Siegi Treuter entgegen. Gelb, so die Künstlerin, ist das Licht und die Sonne des heimischen Bodensees. Einer genauen, geduldigen Naturbeobachtung folgend, spürt die Malerin Vorgängen des Wachstums nach. „Ihre Bodenseelandschaften gestaltet sie fast ornamental“, machte die Laudatorin deutlich. „Mit den Mitteln der Natur, wie Wiederholung, Rhythmik und Ordnung, strukturiert sie ihre Bildfläche und erfindet Chiff­ren des Sehens für die Gärten ihrer Landschaft, die sie umgibt.“

Auch Barbara Knolinger-Janoth wendet sich Natur und Landschaft zu. Ihre Gemälde brachte Helga Sandl als „gestaltete Momentaufnahmen“ näher, die von dynamischen Momenten leben: „Die Künstlerin erhascht den Augenblick der Wandlung. Veränderung, Bewegung, Schnelligkeit und damit auch Vergänglichkeit: Das sind ihre Themen.“ Das künstlerische Interesse fokussiert dabei auf den „Abglanz der Dinge“, auf sich verlierende Konturen, auf eine entrückte, in Spiegelungen verrätselte Gegenständlichkeit. Ihre fotografischen Arbeiten rücken den Dingen auf den Leib und überführen sie ins Abstrakte. „Sie fokussiert nur ein Detail, wählt einen bestimmten Ausschnitt. Barbara Knolinger-Janoth bringt das Eigentümliche an die Oberfläche“, führte Helga Sandl aus.

Zeichenlandschaften und Zeitzeugen begegnen schließlich in den Objekten von Silke Sautter-Walker. Worte, Schrift und Zeichen werden der Laudatorin zufolge in diesen Werken „zu Symbolen der Dauer inmitten des Zerfalls“. Einige der Objekte scheinen eine Neutralisierung von Schrift, damit einhergehend eine Betonung der ästhetischen Dimension zu verfolgen. Andere hingegen laden den Gehalt des Zeichens assoziativ auf, lassen Geschichten aufscheinen, ohne jedoch eine eindeutige Lesbarkeit zu erlauben. Versammelt die Künstlerin in ihrer Stele „Gegensätze“ Zugänge unterschiedlicher kultureller Prägungen zu Konzepten von Liebe, Glaube oder Hass, vereint sie im kugelförmigen Objekt „Offenbarung“ biblische Texte mit Worten des Dalai Lamas und weiteren spirituellen Überlieferungen. Manche Seite dieses Objekts ist leer. „Für etwas, das noch kommt in der Zukunft“, sagte Helga Sandl. „Es ist eine Verheißung.“

Die Ausstellung „Blickwechsel“ ist noch bis einschließlich Sonntag, 10. November, in der Städtischen Galerie im Kornhaus zu sehen.