Lokale Kultur

Malerei, Skulpturen, Messer-Design und Schnuck-Unikate

HOLZMADEN Noch bis Sonntag, 3. April, können im Urwelt-Museum Hauff in Holzmaden die Werke der Künstler Maria Lange, Marc Reibel, Jürgen Schanz und Angela Wörner besichtigt werden. Bei der Ver-

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RAINER STEPHAN

nissage am vergangenen Samstag bildete ein Allegro der Flötengruppe der Musikschule Weilheim unter der Leitung von Sabine Märkle den musikalischen Auftakt.

Hausherr Rolf Hauff, der Künstler und Gäste willkommen hieß, wies in seiner Rede auf die Tradition der Sonderausstellungen im Museum Hauff hin. Eine melancholische Note wurde danach den Gästen zuteil, als die "Holzmadige Brasser" des Musikvereins mit dem irischen Traditionsstück "Londonderry Air" brillante Blasmusik zum Besten gab.

Die Einführung in die Ausstellung übernahm Bürgermeister Jürgen Riehle, der die Künstler und deren Vita vorstellte. Maria Lange, Jahrgang 1949, hat sich der Malerei und Druckgrafik verschrieben. Zeitliche Veränderungen sowohl in biologischer als auch in geologischer Sicht wiederzugeben, sind die Grundgedanken ihrer Malerei. Sie benutzt für ihr Wirken nicht nur die Bildsprache durch Farbe und Form, sondern setzt auch Materialien ein, die scheinbar Grenzen aufweisen, wie Blätter, Gras, Sand, Steine und Erde.

Viele der Bilder sind mit reinen Naturfarben gemalt. Die freischaffende Künstlerin ist Dozentin an der Volkshochschule Karlsruhe und hat neben vielen anderen auch schon eine Ausstellung beim dortigen Bundesverfassungsgericht veranstaltet.

Marc Reibel, aufgewachsen im elsässischen Molsheim, hat nach sechsjähriger Militärdienstzeit dort seinen Schweißerabschluss getätigt. Er spürt mit Sensibilität und Fantasie gewachsenen Formen in alten Hölzern nach und verleiht ihnen mit Hilfe geformter Accessoires ein neues Erscheinungsbild.

In vielen Fällen kombiniert er neuzeitliche mit sehr alten Werkstoffen, wie Holzteile der Mooreiche von vor 3000 Jahren. Dies verleiht seinen Skulpturen neben dem künstlerischen Ausdruck auch eine atmosphärische Besonderheit, welche durch den Bezug zur Gegenwart und zur Lebensspanne des Betrachters geprägt wird.

Lisa Doll, Anne Ott und Simone Priesmeyer von der Flötengruppe der Musikschule bescherten mit ihrem zweiten Stück "Lucky me" ein erfrischendes musikalisches Intermezzo.

Mit dem "Messer-Design" befasst sich der Messerschmied Jürgen Schanz, der bereits mit 22 Jahren seinen Meisterbrief im Schneidewerkzeugmechaniker-Handwerk erringen konnte. Aus hochwertigem Stahl sind die Messer und Schwerter, die aus Schanz' Werkstatt als Unikate auf die Reise gehen.

Die kunstvollen Griffe entstehen aus wertvollen Materialien wie Holz, Elfenbein und Titan. Der Künstler demonstriert auf beeindruckende Weise, wie Kunst und Handwerk nahe beieinander liegen. Auch international ist er schon in Erscheinung getreten, gilt er doch als Hoflieferant eines mongolischen Fürsten.

Mit Angela Wörner konnte Bürgermeister Riehle eine alte Bekannte aus gemeinsamen Kunsttagen in Philippsburg vorstellen. Die Initiatorin der "Kreativen Kette Karlsruhe", einer lockeren Verbindung von Künstlern verschiedenster Richtungen, versammelt immer wieder Menschen um sich, die sich durch besondere Arbeiten in der Kunst auszeichnen.

Angela Wörner hat im Rahmen ihres künstlerischen Werdegangs auch Goldschmiedekurse in Pforzheim besucht. Die Künstlerin fertigt Schmuck-Unikate, der Natur nachempfunden und von hoher Ästhetik. Form und Material verschmelzen hierbei zu einem harmonischen Ganzen. Die Schmuckstücke stimmt sie individuell auf die Träger ab. Ihr einfühlsames Schaffen hebt auch darauf ab, Ketten neu zu interpretieren.

Mit dem Stones-Klassiker "Under the Boardwalk" und einer Zugabe setzten die Brasser Chris Dring, Jochen Fischer, Werner Kneile, Christian Oberle und Roland Weil den musikalischen Endpunkt. Nach dem Ausstellungsrundgang konnten sich die Gäste im Gespräch mit den Künstlern auch einen persönlichen Eindruck über deren Visionen und Wirken machen. Ein Ständerling bot die willkommene Möglichkeit, sich über Kunst und Kultur auszutauschen. Die Ausstellung zwischen Fischen und Sauriern kann während der Öffnungszeiten des Museums dienstags bis sonntags von 9 bis 17 Uhr besichtigt werden.