Lokale Kultur

Materialmüde Verschleißteile werden ersetzt

KIRCHHEIM Sie ist in die Jahre gekommen, die große alte Dame der Kirchheimer Orgeln. Mit ihren 68 klingenden Registern, auf vier Manuale verteilt, galt die Martinskirchenorgel bei ihrer Einweihung am 28. Juni 1981 als eine der größten rein mechanischen Kirchenorgeln im süddeutschen Raum. Immerhin erklingen, wenn alle Register gezogen sind, bis zu 14 000 Pfeifen.

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So benötigte die Orgelbaufirma Rensch denn auch 16 Jahre, um diesen gigantischen Klangkörper voll spielbereit herzustellen. Der immense Kostenfaktor spielte dabei natürlich auch eine große Rolle, wobei man durch die Verwendung eines Teils des Pfeifenwerks der Vorgängerorgel sich damals für eine kostengünstigere Lösung entschied.

Sinnigerweise ertönen heute in der Martinskirchenorgel immer noch Registerfarben der Walcker-Orgel von 1842 mit, ein Umstand, der diese Orgel sehr gut zum Kirchenraum der Martinskirche korrespondieren lässt, an dem auch unterschiedliche Bauepochen ihre Spuren hinterlassen haben. Seit Jahrzehnten ist die Martinskirchenorgel zu einem wichtigen Kulturfaktor der Stadt Kirchheim geworden.

Bei den jährlich in den Sommermonaten Juli bis September stattfindenden Orgelmusiken zur Marktzeit haben sich im letzten Jahr insgesamt etwa 2 400 Besucher eingefunden, die von weit über die Stadtgrenzen hinaus angereist kamen. Immer wieder gibt es Besichtigungen von Schulklassen, oder sich spontan nach den sonntäglichen Gottesdiensten auf der Orgelempore einfindenden Orgelinteressierten.

Durch die rege Konzerttätigkeit von Orgelvirtuosen aus aller Welt sind allerdings auch die unzähligen sensiblen Verschleißteile der Orgel mittlerweile dringend überholungs- beziehungsweise austauschbedürftig geworden. Dies ist nach 40 Jahren, in denen Federn und Winkel, Führungen und Leisten unermüdlich ihren Dienst tun, eigentlich nichts Besonderes, und dennoch ungeheuer aufwändig und kostspielig. Damit die große Orgel der Martinskirche auch zukünftig den kulturellen Platz einnehmen kann, den sie in den letzten Jahrzehnten innerhalb Kirchheims einnehmen konnte, hat nun der Kirchengemeinderat der Martinskirche erste Schritte zur Orgelsanierung beschlossen. Eine gründliche Reinigung und der Austausch materialmüder Verschleißteile steht an. Außerdem müssen instabil gewordene Pfeifen wieder stabilisiert und neu gerichtet werden. Diese Maßnahmen sind aber nur realisierbar, wenn ein großer Teil durch Spenden getragen wird.

Nähere Informationen über das Orgelprojekt erteilt Bezirkskantor Ralf Sach, der unter der Rufnummer 0 70 21 / 93 73 77 zu erreichen ist. Spenden können unter dem Stichwort "Orgelsanierung" überwiesen werden auf das Konto 48 30 06 45 bei der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, Bankleitzahl 611 500 20.

pm