Lokale Wirtschaft

Mehrere Möbelhäuser drängen nach Sirnau

Für das städtische Grundstück in Esslingen-Sirnau, das als Standort für ein Möbelhaus vorgesehen ist, liegen mehrere Angebote vor. Heute wollen Verwaltung und Gemeinderat das weitere Vorgehen klären.

ESSLINGEN Rathaussprecher Roland Karpentier ließ sich am Freitag nur wenige Informationen zum Möbelhaus entlocken. Die einzige Auskunft lautete, es lägen mehrere Angebote vor, wobei er die Zahl auf zwei bis vier eingrenzte. Auch mögliche Interessenten zogen es vor, zunächst zu schweigen. Sie verwiesen auf das laufende Verfahren, dem sie nicht vorgreifen wollten. Franz Rieger in Göppingen bestätigte immerhin, dass er seine Unterlagen abgegeben hat. Hermann Hofmeister aus Bietigheim gab sich dagegen auch in diesem Punkt bedeckt. Die Einschätzung vieler Beobachter, dass Hofmeister auf jeden Fall am Ball bleibt, wollte er nicht kommentieren.

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Die Verwaltung will erst am heutigen Montag das Feld sichten. Anschließend werden die Stadträte im Verwaltungsausschuss mit ersten Informationen versorgt. Auf dieser Grundlage sollen die nächsten Schritte geplant werden. Ein Zeitpunkt für eine Entscheidung, wer den Zuschlag erhält, ist Karpentier zufolge nicht in Sicht. Er verweist auf eine Absprache mit dem Gemeinderat, wonach vermieden werden soll, sich frühzeitig auf Einzelheiten festzulegen.

Zunächst hatten 30 Interessenten die Ausschreibung im Rathaus angefordert. Dass der Kreis der Bewerber jetzt auf wenige Möbelhäuser geschrumpft ist, könnte Beobachtern zufolge an den harten Bedingungen der Stadt liegen. Das Rathaus will mit dem Käufer einen Vertrag abschließen, der für das Randsortiment strenge Auflagen vorsieht. Auf 350 Quadratmeter soll mit Rücksicht auf den Einzelhandel in der Innenstadt die Fläche für Glas, Porzellan, Keramik, Kochgeschirr, Heimtextilien und Spielwaren begrenzt werden.

Auch wenn der Verkauf des 3,9 Hektar großen Grundstücks zwischen Dieter-Roser-Brücke, B 10 und Metro längst nicht perfekt ist, taucht der erhoffte Erlös im Haushaltsentwurf auf. 13,8 Millionen Euro erwartet Oberbürgermeister Jürgen Zieger im laufenden Jahr aus Geschäften mit städtischem Boden. Eine wichtige Rolle spielt in der Kalkulation das Sirnauer Areal. Sollten sich die Pläne für das Möbelhaus wider Erwarten zerschlagen, würde im Haushalt eine große Lücke klaffen. Die Frage, wie sie im Ernstfall zu schließen wäre, mögen im Moment die wenigsten Kommunalpolitiker stellen.

ez