Lokale Wirtschaft

Metabo bleibt im Familienbesitz

Der Elektrowerkzeugehersteller Metabo bleibt in der Hand der derzeitigen Eigentümer laut einer Erklärung der Aktionäre. Darin heißt es, Vorstand und Inhaber stimmten überein, "das Unternehmen mit den derzeitigen Eigentümerverhältnissen und aus eigener Kraft auf dem eingeschlagenen Weg erfolgreich weiterzuführen".

NÜRTINGEN In jüngster Zeit hatte es wiederholt Spekulationen um einen Verkauf des Unternehmens gegeben. Unter anderem hatte das Magazin "Wirtschaftswoche" berichtet, ein chinesischer Werkzeughersteller habe Interesse, Metabo zu übernehmen. "Es gab Interessenten", bestätigte Vorstandsvorsitzender Martin Bertinchamp. Das sei aber nicht ungewöhnlich, nachdem bekannt geworden sei, dass Metabo strategische Überlegungen hinsichtlich seiner zukünftigen Aufstellung anstelle.

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In den vergangenen drei Monaten hätten die Eigentümer Nachkommen der drei Gründerfamilien Closs, Rauch und Schnitzler und der Vorstand angesichts der Konzentration in der Branche "intensiv alle denkbaren Optionen für die Zukunft des Unternehmens geprüft", heißt es in der Erklärung. Neben dem Erhalt der Eigenständigkeit hätten dazu auch strategische Partnerschaften und das Zusammengehen mit einem internationalen Unternehmen gehört.

In Gesprächen mit Vertretern führender anderer Marktunternehmen seien alle Optionen sorgfältig abgewogen worden. Das Ergebnis sei nun, "dass weder eine Kooperation, noch ein mögliches Zusammengehen die gute Position der Metabo AG verbessern könnte". Die "Wahrung der Interessen der Mitarbeiter" sei dabei ein besonders wichtiger Punkt gewesen: Man sei sich bewusst, dass sich das Unternehmen in den schwierigen Jahren nur gemeinsam mit den Mitarbeitern so habe entwickeln können, wie es jetzt da stehe. Hier sehe man sich in entsprechender Verantwortung.

In den zurückliegenden Jahren seien eine Vielzahl von Maßnahmen getroffen worden, um das Unternehmen am Produktionsstandort Deutschland profitabel zu halten. Diese Maßnahmen seien erfolgreich, Metabo sei in seinen Märkten gut positioniert. Insofern seien die Sondierungen aus "einer Position der Stärke heraus" geführt worden.

Ende vergangenen Jahres hatte die Geschäftsleitung den Mitarbeitern drastische Einschnitte beim Lohn und längere Arbeitszeit abverlangt. Im Gegenzug waren Investitionen in Millionenhöhe am Standort Nürtingen und im Werk Laichingen zugesichert und umgesetzt worden, unter anderem durch den Bau einer neuen Halle in Nürtingen. Dennoch hatte die Entwicklung in den vergangenen Wochen für Unruhe in der Belegschaft gesorgt.

Die Probleme im Markt seien mit der Entscheidung nicht ausgeräumt, betont Bertinchamp. Der Konzentrationsprozess schreite voran, Metabo müsse sich gegen mittlerweile vier große "Global Player" behaupten. Deshalb sehe man sich auch in Zukunft verpflichtet, die Strategie regelmäßig zu überprüfen.

Derzeit sei die Auftragslage gut, berichtet der Vorstandsvorsitzende. Man sei ausgelastet, müsse Produktionsspitzen mit Leiharbeitskräften abdecken. Allerdings setzten die Rohstoffpreise und der schwache Dollar dem stark exportorientierten Unternehmen zu. Metabo peilt dieses Jahr einen Umsatz von 380 Millionen Euro an. In Nürtingen und Laichingen sind 1600 Mitarbeiter beschäftigt, weltweit 2600.

Zu seinen eigenen Plänen wollte Martin Bertinchamp nichts sagen. Er hatte Anfang Juli seinen Wechsel zu Gardena angekündigt. Den Zeitpunkt seines Ausscheidens lässt der 45-Jährige aber weiterhin offen.

nz