Lokale Kultur

Mit Gute-Laune-Kunst für eine gute Sache

KIRCHHEIM Ein Gemälde ersteigern und gleichzeitig etwas Gutes tun? Kein Problem: Ab sofort können alle Kunstliebhaber ihre Gebote für

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BIANCA LÜTZ

ein farbenfrohes "Männle"-Bild des bekannten Lenninger Malers Rainer Hoffelner abgeben. Der Reinerlös aus der Auktion, die bis zum 31. Januar läuft, kommt der Teckboten-Weihnachtsaktion zugute. Besichtigt werden kann das Kunstwerk am Schalter des Teckboten.

Öl, Tusche und Acryl auf Leinwand: Was so nüchtern klingt, ist in Wirklichkeit eine ausdrucksvolle Komposition aus leuchtenden Hintergrundfarben und Motiven, die vor

O:STERN.TI_Energie und Lebensfreude nur so strotzen. In dem einen Meter mal 70 Zentimeter großen Gemälde, das der Lenninger Maler Rainer Hoffelner aus seinem privaten Fundus für die Teckboten-Weihnachtsaktion zur Verfügung gestellt hat, vereinigen sich Apfelgrün und Sonnengelb zu einem farbenprächtigen, harmonischen Hintergrund. Darauf tummeln sich Scharen von kleinen schwarzen Tuschewesen, Hoffelners Markenzeichen. Dicke und dünne Männlein und Weiblein zumeist spärlich bekleidet recken ihre Arme in die Höhe, winken, tanzen, hüpfen und eilen ins Bild hinein oder vollführen einen Handstand, mal allein, mal in Paaren oder Formationen. Durch Farbgebung und Dynamik erzielt das "Männle"-Bild bei Betrachtern genau den Effekt, den Rainer Hoffelner sich wünscht: gute Laune. Einen Namen trägt das Werk nicht, denn "Titel sind Scheuklappen", findet Hoffelner. Jeder Betrachter soll die Gelegenheit haben, unvoreingenommen an das Kunstwerk heranzugehen und eine eigene Bedeutung für sich zu finden.

Seit fünf Jahren versteigert der Lenninger Künstler einmal pro Jahr eines seiner Werke für einen guten Zweck. Dieses Jahr fließt der Erlös ohne Abzüge in den Spendentopf des Vereins "Gemeinsam für eine gute Sache", der wieder drei lokale Einrichtungen unterstützt: den Verein "Gemeinsam statt einsam", der eine Wohngruppe für demenzkranke Menschen gründen will, den Blinden- und Sehbehindertenverband, der es auch in Zukunft ermöglichen möchte, Lokalnachrichten per Anrufbeantworter abzuhören, sowie das Projekt Tandem der Paulinenpflege, bei dem schwer integrierbare Jugendliche begleitet werden sollen.

Alle, die das Bild erwerben und damit gleichzeitig einen Beitrag zur Teckboten-Weihnachtsaktion leisten möchten, können an der Versteigerung teilnehmen. Im Schalterbereich des Teckboten ist das Gemälde ausgestellt. Interessierte können dort auch ab sofort bis Montag, 31. Januar, ihre Gebote samt Adresse in einem Umschlag abgeben. Der Mindestpreis beträgt 500 Euro. Wer bis zum Ende der Auktion die höchste Summe geboten hat, ist neuer Besitzer des "Männle"-Bildes.

Für Rainer Hoffelner hat soziales Handeln neben der tatsächlichen Hilfe, die er durch seine kreativen Spenden leistet, auch Vorbildfunktion: "Jeder, der in der Öffentlichkeit steht, sollte mit gutem Beispiel vorangehen", ist er überzeugt und in der Öffentlichkeit steht der Lenninger nun schon seit einigen Jahren. Der erste große Durchbruch gelang dem Maler und Werbegrafiker mit einem Eintrag in den "Brockhaus Multimedial 2001", der das Gesamtwerk des gebürtigen Nürtingers würdigt. In die Enzyklopädie aufgenommen wurden auch zwei Bilder Hoffelners. Seither wird die Malerei für ihn immer mehr zu einem echten Standbein. Nicht nur in der Region hat der heute 40-Jährige in den vergangenen Jahren eindrucksvolle Spuren hinterlassen, seine kleinen Tuschefiguren und Akte, aber auch Kombinationen von Malerei mit anderen Materialien sowie Kunst am Bau haben ihn in ganz Deutschland bekannt gemacht. So stehen auf der Liste seiner Ausstellungen neben Lenningen und Kirchheim, Tübingen und Stuttgart auch Städte wie Frankfurt, München, Düsseldorf und Mainz.

Dass Rainer Hoffelner mittlerweile auch Österreichern und Schweizern ein Begriff ist, und dass sein Name durch Presse, Radio und Fernsehen ging, hat er unter anderem seinem kleinen Sohn Niels zu verdanken: Der inspirierte seinen Vater zur Schöpfung eines Langenscheidt-Wörterbuchs "Deutsch-Baby", das im Januar dieses Jahres auf den Markt kam. "Im März war die Erst-auflage weg", berichtet Hoffelner vom Erfolg des Mini-Lexikons. Mittlerweile geht das Wörterbuch zum selbst ausfüllen, das sich vor allem bei Eltern, Omas und Opas großer Beliebtheit erfreut, bereits in die dritte Auflage.