Kirchheim

Mit „Herz und Hand“ ins Berufsleben

Theater Richard Betz wirbt bei Realschülern für das Zimmererhandwerk – und für mehr Mut.

Zimmerer Richard Betz ermutigt 130 Realschüler dazu, Träume im Beruf zu verwirklichen. Foto: Carsten Riedl
Zimmerer Richard Betz ermutigt 130 Realschüler dazu, Träume im Beruf zu verwirklichen. Foto: Carsten Riedl

Kirchheim. Zimmerer werden? Das kommt bestimmt nicht jedem nach der Schule in den Sinn. Planen, konstruieren und bauen: Die Arbeit mit Holz gehört zum Alltag. Wie vielseitig das Handwerk sein kann, machte der Zimmerer, Architekt und Schauspieler Richard Betz mit einer etwas andere Berufsvorstellung in der Freihof-Realschule in Kirchheim deutlich. Das Theaterstück „Mit Herz und Hand“ gab über 130 Schülern der neunten Klassen einen Einblick in das Berufsbild. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Zimmererinnung Esslingen-Nürtingen.

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"Man sollte den Beruf nicht nach dem Gehalt auswählen"

Als Paul Ballmer nimmt der Schauspieler sein Publikum mit auf seinen Lebensweg - vieles davon ist wahr, manches überspitzt. Was kommt nach der Schule, was ist mir wichtig, und wo liegen eigentlich meine Talente? Mit diesen Fragen werden die Schüler während des Stücks konfrontiert. Paul hat nach seinem Abi­tur studiert und macht bald in einer Bank Karriere. Doch die Freude am neu gekauften Ferrari schwindet, als ihn seine Frau verlässt und er wegen Betrugs ins Gefängnis wandert. Danach verschlägt es ihn dank eines Freundes nach Kanada, wo er seine wahre Bestimmung als Zimmerer findet. „Damit will ich zeigen, dass man seinen Beruf nicht nach dem Gehalt auswählen sollte. Man soll das tun, was einem liegt und Spaß macht“, sagt Betz. Ob es sich dabei um ein Studium oder eine Lehre handelt, ist nicht wichtig. Ihm sei bewusst, dass dieser Weg nicht immer einfach ist. Doch Richard Betz ermutigt dazu, Träume zu haben und zu verwirklichen, auch wenn sie einem Angst machen.

Während er seine Geschichte erzählt, baut der Zimmerer nach den Entwürfen von Leonardo da Vinci eine Brücke. Dem Publikum werden Holzarbeiten nähergebracht, symbolisch wird der Weg ins Berufsleben gezeigt. Das Ziel des Stücks und der anschließenden Gespräche ist es, den Schülern Lust auf das Handwerk zu machen. So sollen gute Auszubildende gewonnen und dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden. Mit seiner begeisternden und authentischen Art dieser Vorstellung sollte Richard Betz das eigentlich gelingen. Clara Schillinger