Lokale Wirtschaft

Mit neuem, altem Namen und gestärkt ins neue Jahr

Es ist vorbei mit verunsicherten Kunden und einem babylonischen Namenswirrwarr. Die traditionsreichen Kirchheimer Autohäuser Ramsperger und Angelmaier haben den Namen Max Moritz in die Ecke gestellt und heißen nun Ramsperger Automobile.

RICHARD UMSTADT

Anzeige

KIRCHHEIM/NÜRTINGEN "Wir haben nichts mehr mit Max Moritz zu tun," versicherte Ramsperger-Geschäftsführer Frank Eberhart bei der gestrigen Pressekonferenz im Stammbetrieb in der Kirchheimer Hindenburgstraße. Die Konsequenz daraus ist eine Namensbereinigung. Der Schriftzug Max Moritz wird an keiner der sieben Betriebsstätten in Kirchheim und Nürtingen mehr auftauchen. Das Autohaus firmiert nun unter der Ramsperger Automobile GmbH & Co.KG. Dazu gehören in Kirchheim der Volkswagen-Verkauf und Service sowie der Skoda-Service in der Hindenburgstraße, der Skoda-Verkauf in der Färberstraße, der Volkswagen-Nutzfahrzeuge-Verkauf und Service, Karosserie und Lack sowie das Gebraucht- und Jahreswagenzentrum in der Lenninger Straße und die Betriebsstätte Angelmaier, Audi-Verkauf und Service, in der Sudetenstraße.

In Nürtingen zählen zu Ramsperger Automobile die Betriebsstätte Weidenkeller, Audi-Verkauf und Service, in der Otto-Hahn-Straße, der Volkswagen-Verkauf und Service, Volkswagen-Nutzfahrzeuge-Verkauf und Service sowie der Skoda-Service, der Clean-Park und die Aral-Großtankstelle an der Südumfahrung und der Skoda-Verkauf in der Neuffener Straße.

Ausgelöst wurde der "Namens-Mischmasch" durch eine Beteiligung der Reutlinger Gesellschaft Heusel und Moritz Beteiligungs GmbH, die von den Gesellschaftern der Firmen Ramsperger, Angelmaier und Weidenkeller, die zum 1. Januar 1999 fusionierten, mit ins Boot geholt wurde. Damals wollten die Beteiligten den bekannten Namen Max Moritz auch für die Kirchheimer und Nürtinger Betriebsstätten nutzen. Dennoch war es Max Moritz' Anliegen, die Namen der Autohäuser in den Städten an Teck und Neckar an den Betrieben zu belassen. Wie sich mit der Zeit herausstellen sollte, führte dies jedoch zu einer gewissen Verunsicherung der Kundschaft. Die wurde nicht kleiner, als das Reutlinger Autohaus Max Moritz Insolvenz anmelden musste und mit den Kirchheimer und Nürtinger Betrieben in Verbindung gebracht wurde. "Obwohl wir damit überhaupt nichts zu tun hatten," erklärte Frank Eberhart. Heusel und Moritz hatten sich lediglich mit 50 Prozent an Ramsperger beteiligt. "Als dann eine der größten Automobil-Gruppen, die Osnabrücker Weller-Gruppe den Reutlinger Max Moritz-Betrieb aufkaufte und den Namen beließ, dachte mancher, die Kirchheimer und Nürtinger Autohäuser gehörten nun auch zu dieser Gruppe", erinnerte sich der Geschäftsführer. Förderlich fürs Image war dies nicht.

Die ständige Verwechslung durch die unterschiedliche Namensgebung brachte die Familie Winterhalder-Rehm schließlich dazu, im Oktober vergangenen Jahres die Beteiligung der Heusel und Moritz GmbH zu übernehmen. Der Weg für eine Namensbereinigung und die Umbenennung in Ramsperger Automobile war dadurch frei. Inhaber der neuen, alten Firma sind die drei Familien Winterhalder-Rehm, Angelmaier und Weidenkeller.

"Was Verkauf und Service anbelangt, bleibt alles beim Alten," sagte Frank Eberhart gestern. "Wir wollen uns auch weiterhin in Kirchheim und Nürtingen engagieren."

Sehr zufrieden äußerte sich der Geschäftsführer, der die Firma Ramsperger seit Januar 2004 leitet, über das Geschäft des vergangenen Jahres. "Entgegen dem Branchentrend konnten wir unseren Umsatz um 35 Prozent steigern und den Personalstand halten." Ramsperger Automobile beschäftigt 193 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einschließlich der Auszubildenden.

Das Kirchheimer Autohaus kann auf eine über 90-jährige Firmengeschichte zurückblicken. Seine Ursprünge gehen auf die Kfz-Werkstatt Grauer gegenüber dem Wachthaus und das Jahr 1908 zurück. 1948 kam der erste Vertrag mit Volkswagen zu Stande, damals bereits unter dem Namen Ramsperger. "Seit Mitte der 70er-Jahre sind wir in Kirchheim und Nürtingen vertreten," sagte Frank Eberhart. Damals kaufte sich das Autohaus in Nürtingen bei der Firma Wieland, jetzt Weidenkeller, in der Neuffener Straße ein.

Auf Druck des Autoherstellers Volkswagen in Wolfsburg in den 90er-Jahren schlossen sich die bisherigen Konkurrenten, die Autohäuser Ramsperger und Angelmaier in Kirchheim und Weidenkeller in Nürtingen, die alle VW und Audi vertrieben, zusammen, und nahmen eine Markentrennung vor.

"Mit der Namensbereinigung steht einem gemeinsamen Auftritt der Ramsperger Automobile GmbH & CO.KG nichts mehr im Wege," meinte Frank Eberhart.