Lokale Wirtschaft

Mit Präzision, Handwerkskunst und Kontaktfreude

Eindrucksvolles Jubiläum: Optik Bacher besteht seit 75 Jahren im Herzen Kirchheims

Ein eindrucksvolles Jubiläum feiert Optik Bacher dieses Jahr: Seit 75 Jahren besteht das Optikfachgeschäft in Kirchheim. „Qualität, Beratung und Service“ nennt Inhaber Jochen Nägele als wichtigste Pfeiler der täglichen Arbeit in seinem Betrieb, der mit der Stadtmitte fest verwachsen ist.

irene strifler

Kirchheim. Die Erfolgsgeschichte nahm 1933 ihren Anfang: Richard Jäkle eröffnete am Markplatz 5 eine „Werkstätte für Optik und Uhrmacherei“ und zeigte sich damit ausgesprochen innovativ. Dies war erst recht der Fall nach dem Zweiten Weltkrieg, als Jäkle sich ganz auf Optik spezialisierte und als Erster in Kirchheim Zeiss-Gläser führte, wie Jochen Nägele anerkennend berichtet.

1970 übergab Jäkle seinen Betrieb, der mittlerweile am Schlossplatz angesiedelt war, an Alfred Bacher. Auch dieser junge Augenoptiker und Optikermeister zeigte sich den Trends der Zeit und den Neuerungen der Augenoptik aufgeschlossen: Als Erster in Kirchheim eröffnete er eine „Spezialabteilung für Contactlinsen“. „Im Geschäft am Schlossplatz habe ich meine erste Brille gekauft“, erinnert sich Jochen Nägele an Kindertage, als er noch nicht wusste, wohin ihn sein Weg einst führen würde. Im Jahr 1995 – das Geschäft war längst an den heutigen Standort in der Marktstraße 35 umgezogen – trat er selbst die Nachfolge Alfred Bachers an.

Seither hat sich viel getan bei „Optik Bacher“ und auf dem Gebiet der Augenoptik. Konnte Nägele als Teenager gerade mal eine Auswahl aus drei wenig ansprechenden Brillengestellen treffen, so fällt heutigen Kunden die Wahl angesichts der Angebotsfülle deutlich schwerer.

Nach wie vor gleich geblieben sind die grundsätzlichen Anforderungen an die Augenoptik: Sinn für Präzision und Theorie gehört ebenso dazu wie handwerkliches Feingefühl. Der Schreibtisch muss dem Optiker genauso lieb sein wie die Werkstatt. Ganz wichtig ist aber der Kontakt mit Menschen. „Beratung und Service sind das A und O“, betont Nägele, der bei der Arbeit ausschließlich von Fachkräften sowie von seiner Frau unterstützt wird. Natürlich gehört auch ein Auszubildender mit zum Team.

Der gebürtige Ötlinger Nägele absolvierte zunächst eine Reihe von Wanderjahren, ehe er wieder in seine Heimatstadt zurückkam: Auf die Lehre in Esslingen folgten erste berufliche Schritte in Ludwigsburg, dann schloss sich ein Studium in Aalen an. Von dort zog es den frischgebackenen Diplom-Ingenieur für Augenoptik in den hohen Norden. In Hamburg war er für ein Kontaktlinseninstitut tätig. Schon immer allerdings war sein Ziel, sich selbstständig zu machen. Die Chance dazu ergab sich 1995 mit der Übernahme des Bacher‘schen Geschäfts in Kirchheim.

Seither gestaltet Jochen Nägele nicht nur ein umfassendes Angebot für Menschen, die Sehhilfen benötigen, sondern prägt auch das städtische Leben mit. „Mir liegt Kirchheim sehr am Herzen“, erklärt er, weshalb er sich mit großem Engagement im City Ring oder auch im Wirtschaftsbeirat einbringt.

Sein Unternehmen basiert auf modernen, qualitativ hochwertigen Brillen und auf Kontaktlinsen aller Art. Hier hat die Nachfrage enorm zugenommen, seit auch Fern- und Nahsichtlinsen und andere Besonderheiten mehr möglich sind. Speziallinsen gleichen heute so manchen Sehfehler besser aus als Brillen. Stolz ist Nägele, auch in ganz kniffligen Fällen helfen zu können. So erhielt ein Kunde hundert Prozent seiner Sehfähigkeit zurück, nachdem ihm Linsen nach einer Hornhauttransplantation angepasst worden waren. Oft geht es bei Sehhilfen, egal ob Kontaktlinsen oder Brillen, um nichts Geringeres als ein Plus an Lebensqualität.

Experimente am Auge unter modischen Gesichtspunkten nimmt Nägele stirnrunzelnd zur Kenntnis. Wenn es um die Gesundheit des Auges geht, ist mit dem Ingenieur für Augenoptik nämlich nicht zu spaßen. Wert legt er daher auch auf gute Zusammenarbeit mit den Augenärzten, wobei natürlich Sehtests auch beim Optiker möglich sind.

Der Markt an Brillenfassungen ist riesig. „Wir bieten High-End-Qualität, aber die muss es natürlich nicht immer sein“, betont Nägele die Bedeutung der individuellen Situation. So muss die Brille für die Gartenarbeit zwar stabil ausfallen, aber nicht unbedingt allen technischen und modischen Neuheiten folgen. Wichtig ist auch, dass Beratung und Verglasung der Brille bei ein- und derselben Person liegen. Verglast wird in der hauseigenen Werkstatt. Beispielsweise wird heutzutage eine Gleitsichtbrille den individuellen Erfordernissen angepasst: Wer am Computer sitzt, braucht einen genau darauf abgestimmten Nahsehbereich. Jochen Nägele besucht die Kundschaft auch mal am Arbeitsplatz oder gibt in Betrieben Tipps zur optimalen Arbeitsplatzgestaltung.

Wichtig ist heute natürlich nicht nur, gut zu sehen, sondern auch gut auszusehen. Im Schnitt alle drei Jahre leistet sich der Bundesbürger eine neue Brille. – Ein Zeitraum, in dem sich einiges tut. „Jetzt kommt wieder die etwas rundere Form“, blickt Jochen Nägele schon mal in die nahe Zukunft, allerdings bleiben die Farben eher neutral.

Viel getan hat sich auch im Kleinkindbereich. War es früher fast eine Strafe, als Mädchen oder Junge eine Brille tragen zu müssen, gibt es heute die buntesten, robustesten Modelle. Auch spezielle Sonnenbrillen sind mittlerweile auf dem Markt, die durch weiche Neoprenbänder festgehalten werden.

Grundsätzlich wichtig ist für den Optiker, auf dem Stand der Technik zu bleiben und den Kunden weiterhin beste Beratung zu bieten. Mit diesen Zielen geht Jochen Nägele mit seinem Team zuversichtlich ins nächste Vierteljahrhundert der Firma Optik Bacher.

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