Lokale Wirtschaft

Mittelstand: Motor der heimischen Wirtschaft

Die Hans Dietz GmbH in Schopfloch war Gastgeber einer Veranstaltung des CDU-Wirtschaftsrates der Sektionen Nürtingen/Kirchheim. Über Chancen und Risiken der mittelständischen Betriebe referierte der Minister für Ernährung und Ländlichen Raum im neuen Kabinett Peter Hauk.

RUDOLF STÄBLER

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LENNINGEN Um den zahlreichen Gästen seinen Betrieb richtig vorstellen zu können, hatte Hans Dietz eine Betriebsbesichtigung organisiert, die bei den Beteiligten auf viel Interesse stieß. Zu erfahren war auch, dass die Diez GmbH zurzeit rund 200 Beschäftigte hat, davon 70 am Standort Plochingen.

Marc Sodeikat, Vertriebsleiter der Firma Dietz ging in einer kurzen Ansprache auf die Firmenphilosphie ein. So wird sehr viel auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter gesetzt. "Man kann nur gemeinsam gewinnen und so ist das Wohl des Mitarbeiters ein Mosaiksteinchen im Erfolgsbild." Obwohl im Hause Dietz die Risiken eines Unternehmens nicht unterschätzt werden, seien eventuelle Chancen wichtiger für die Firma. Ein vernünftiges Wachstum gelte es im Auge zu behalten, wobei man als Unternehmer der "ewige Pionier sein müsse."

Der als Moderator angekündigte Dettinger Günter Bosch, der sich in Anbetracht der herrschenden Enge wie eine "Presswurst" fühlte, bedankte sich beim Gastgeber für die dem Wirtschaftsrat entgegengebrachte Zeit und den geleisteten Aufwand. "Wir sind schwäbische, mittelständische Unternehmen" und sein Wunsch sei, dass die Politiker eine Vorstellung von diesen Problemen mitnehmen. Einer der das "vorsichtig" zusagte war Peter Hauk, Minister für Ernährung und Ländlichen Raum. Er war sich sicher, dass die meisten Gäste wohl mehr wegen der Betriebsführung und dem angekündigten Vesper gekommen seien und nicht wegen ihm. Eine Erwartungshaltung könne er so nur wegen der gedeckten Tische herleiten. Die selbst gestellte Frage "wo kann man im Bereich des Mittelstandes und Handwerks helfen" versuchte er zu beantworten. Dabei sah er das Licht am Ende des Tunnels durch die nach den Wahlen in Nordrhein-Westfalen neu entstandene Situation. Rot-Grün habe den selbst gesetzten Anspruch nicht erreicht und "wenn's ons net gäb, dann wär's no schlemmer."

Als erstes Hindernis für eine Besserung nannte der Minister die anfallenden Lohnnebenkosten. Diese müssten seiner Meinung nach vom Arbeitslohn abgekoppelt werden, um die Unternehmer finanziell zu entlasten. Dazu sollte noch der Wettbewerb zwischen den einzelnen Versicherungen angekurbelt werden. Den Mittelstand im Land bezeichnete Hauk als den Motor der wirtschaftlichen Entwicklung. Für eine Besserung sehe er allerdings auch noch bürokratische Hemmnisse. Viele Probleme seien von der Landesregierung bereits in Angriff genommen und auch gelöst worden, wobei es allerdings noch zwei andere Bereiche gebe, die mitziehen sollten. Als Hemmnisse sah der Politiker zurzeit auf jeden Fall den Bund und die Europäische Union. Der Anspruch der Bundesrepublik müsse sein, zu den "Top Ten" in Europa zu gehören.