Lokale Kultur

Mose als "cooler Retter"

DETTINGEN An zwei Nachmittagen war die Dettinger Schlossberghalle restlos ausverkauft: Das Kindermusical "Mose ein echt cooler Retter" sorgte dafür, dass schon lange vor Beginn des Stücks Kinder, Eltern und Großeltern Schlange standen, um gute Plätze zu ergattern. Die Sorge, im hinteren Teil der Halle nichts mitzukriegen, erwies sich angesichts der professionellen Technik als unbegründet.

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Schon zum zweiten Mal hatten einige Mütter der evangelischen Kirchengemeinde die Initiative ergriffen, die musikalischen und darstellerischen Gaben ihrer und vieler anderer Kinder in einem echten Kindermusical zu einem unvergesslichen Höhepunkt zu führen. Ausgewählt wurde das rhythmisch und melodisch anspruchsvolle Musical "Mose ein echt cooler Retter" von Ruthild Wilson.

Monatelange Proben forderten den Familien einiges ab. Kostüme und Requisiten wurden in Eigenarbeit hergestellt. Dabei galt das Prinzip: Jedes Kind, das mitmachen will und sich verpflichtet, muss einen ihm angemessenen Platz in der Aufführung bekommen. So wurden zum Teil Schauspieler- und Sängerrollen geteilt. Die Solosänger, allen voran Daniel Alkier, bekamen mehrfach spontanen Beifall. In nicht wenige Szenen wurden von Leila Beisenova einstudierte Tanzeinlagen eingefügt. Und doch musste alles der Handlung dienen, die die Geschichte des Mose von seiner Geburt bis zum Durchzug durchs Schilfmeer dramatisch darstellte. Es war ein Glücksfall, dass in Holger Schmidt ein professioneller Sprecher zur Verfügung stand, der die Szenen durch nachdenkliche Fragen mit der Gegenwart verband.

Den größten Anteil an diesen Aufführungen hatte allerdings der Chor, von Kirsten Alkier souverän und absolut präzise dirigiert und mit der engagiert spielenden Band synchronisiert. Von den Kleinsten bis zu den stützenden Jugendlichen im Hintergrund spürte man, mit welcher Begeisterung hier musiziert wurde. Die von Karin Ziegler und einem "Eltern-Team" gestalteten Requisiten und die Technik, die zum Beispiel den brennenden Dornbusch in der Berufungsszene und den Durchzug durch das Schilfmeer darstellen musste, waren einfallsreich und in jeder Beziehung zuverlässig.

Die Besucher konnten nur ahnen, wie viel Arbeit im Hintergrund für dieses gewaltige Projekt aufgewandt worden war. Dass durch die laute Musik mancher Sologesang übertönt wurde, vor allem im hinteren Teil der Halle, tat dem Ganzen keinen Abbruch. Und ob Mose wirklich, wie es der Chor begeistert unzählige Male wiederholte, "ein Held" war, dürfen die Kinder getrost den Theologen überlassen.

wg