Infoartikel

Muslimisches Gräberfeld auf dem Kirchheimer Waldfriedhof

Die Stadt Kirchheim verfügt auf dem Waldfriedhof über ein muslimisches Gräberfeld. Dort sind 18 Gräber nach Mekka ausgerichtet. Wie Elisabeth Mössner vom Amt für Grünflächen und Tiefbau berichtet, haben in der Teckstadt seit 1994 nur fünf muslimische Bestattungen stattgefunden. „Die Nachfrage ist also gering“, sagt sie. Elisabeth Mössner glaubt nicht, dass sich daran etwas ändern wird – auch nicht durch die Reform des Bestattungsrechts. Denn zum einen möchten die meisten Muslime in ihren Heimatländern beerdigt werden, erklärt sie. Und zum anderen hänge dies mit den Ruhezeiten zusammen: Während auf muslimischen Friedhöfen das ewige Ruherecht gilt, erlischt in Baden-Württemberg das Nutzungsrecht nach 20 Jahren. In einigen Städten kann es gegen Bezahlung verlängert werden. „Diese Möglichkeit gibt es in Kirchheim laut Satzung aber nicht“, informiert Elisabeth Mössner weiter. Wie die Änderung des Bestattungsrechts in der Praxis aussehen soll, ist auch für Elisabeth Mössner noch völlig offen. Dass die Gräber nicht ganz so tief ausgehoben werden, kann sie sich nicht vorstellen. „Bislang sind bei einem Einzelgrab 1,65 Meter Vorschrift, bei einem Familiengrab sind es 2,30 Meter.“ Auch Bestattungen an Sonntagen sind für sie undenkbar. „Das lässt unsere Satzung nicht zu.“ Insgesamt sieht sie vor allem auf kleine Kommunen Probleme zukommen. „Denn für diese wird es schwierig, muslimische Gräberfelder auszuweisen.“alm

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