Lokale Kultur

Nach zwei Soundchecks und drei Aufnahmen war die Szene im Kasten

KIRCHHEIM Kurz vor den Pfingstferien erhielt Bertram Schattel, Leiter des Knabenchors "Voice Boys" der Kirchheimer Musikschule, einen Hilferuf der Redakteurin Katrin Grünewald vom berühmten "Tigerentenclub".

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Als Stargast der 498. Sendung der erfolgreichen Kinderserie des SWR sollte der 17-jährige Nachwuchsschauspieler und Jungstar Matthew Waters beim "Tigerentenclub" einen Ausschnitt aus dem Musical "Oliver" präsentieren. Reichlich spät war den Organisatoren der beliebten Fernsehsendung aufgefallen, dass für den gewählten Ausschnitt eigentlich auch noch dringend ein Knabenchor benötigt wird. Was tun?

Die Redakteurin Katrin Grünewald bekam schließlich den Tipp, einfach einmal bei den Verantwortlichen der Kirchheimer Musikschule nachzufragen. Dort gäbe es wohl einen guten Kinderchor, hatten die Informanten der hilfesuchenden Redakteurin " zugeflüstert".

Chorleiter Bertram Schattel zeigte sich dann auch sofort spontan bereit, in die Bresche zu springen. Aus den Knabenchorgruppen der "Voice Boys" wurden sieben Kandidaten im Alter von zehn bis dreizehn Jahren ausgewählt und in der Woche nach den Pfingstferien gewissenhaft für die anstehenden Studioaufnahmen vorbereitet. Für die jungen Sänger bedeutete das natürlich eine einmalige Gelegenheit, auch einmal das interessante Leben hinter den Kulissen und die faszinierende Studioarbeit beim Fernsehen hautnah mitzuerleben und ihr musikalisches Können einzubringen.

Einem langen, anstrengenden Produktionstag im Fernsehstudio sahen sich dann Jonas Römer, Marcel Izzicupo, Michael Himmelstoß, Samuel Colshorn, Lukas Jäger, Simon Beck und Jonathan Prinz gegenüber, die dafür einen Tag lang auf den Besuch des Schulunterrichts verzichten mussten. Statt dessen übten die sieben Jungs sich in Geduld.

Die Räumlichkeiten im Göppinger Tigerentenclub-Studio, in dem seit sechs Jahren schon viele hundert Sendungen produziert wurden, mussten zunächst erkundet werden. Am Vormittag trafen die Knaben dann mit dem Australier Matthew Water dem Darsteller des "Spike" in der bekannten australischen Filmserie innerhalb des Tigerentenclubs zusammen, der schon seit seinem achten Lebensjahr auf den großen Bühnen Australiens zu Hause ist.

Die Verständigung klappte auf Anhieb, und zum Schluss hätten Außenstehende durchaus leicht meinen können, dass diese Truppe sicherlich schon seit vielen Jahren zusammen arbeitet.

Nach den ersten Stellproben wurde nochmals trainiert und das bereits Erarbeitete in die neue Szene integriert. Nach der Mittagspause standen dann auch schon die Zuschauer- und Spiele-Kinder bereit, um am späten Nachmittag die ersten Aufnahmen durchzuführen.

Zum Ende dieser Einheit war dann "volle Konzentration" für die Kirchheimer Sänger angesagt. Schon nach zwei Soundchecks und drei Aufnahmen war dann auch die Oliver-Szene im Kasten. Der Aufnahmeleiter war hoch zufrieden, die Redakteurin "tief beeindruckt", wie sie sagte, und die sieben jungen Sänger des Musikschul-Chores aus Kirchheim sehr erschöpft, aber glücklich.

Auf dem Heimweg wurde noch einmal nachgerechnet, wie viele Stunden harter Arbeit tatsächlich notwendig waren, um knapp zwei Minuten Show für das Fernsehen zu produzieren. Keiner der Akteure wollte diese interessante Erfahrung missen, aber jeder war froh, dass die anstrengende Fernseharbeit für den Tiegerentenclub nun endlich ein Ende hatte. Nochmals so eine Produktion? Vielleicht aber nicht so schnell.

Übrigens: Die Folge 498 des Tigerentenclubs mit den "Voice Boys" der Kirchheimer Musikschule wird am 23. und 24. Juli gesendet.

bs