Lokale Wirtschaft

"Natürlich wird der Standort Kirchheim ernsthaft geprüft"

Der Briefumschlag-Hersteller Blessof gibt seinen bisherigen Firmensitz in der Pfullinger Kaiserstraße auf. Bis Anfang 2007 sollen die beiden Standorte in Pfullingen mit 330 und Kirchheim mit 140 Mitarbeitern zusammengeführt werden. Zudem will das Unternehmen nochmals Personal abbauen: Mindestens 100 Stellen werden wegfallen.

FRANK HOFFMANN

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KIRCHHEIM Wo Blessof ab 2007 produziert, dazu will die Geschäftsleitung im Moment noch keine Aussage machen. "Natürlich wird der Standort Kirchheim ernsthaft geprüft", sagt Marketingleiter Benjamin Rilling. Ob der künftige Firmensitz aber tatsächlich Kirchheim sein wird, hänge noch von vielen Faktoren ab. "Das hat zum Beispiel auch damit zu tun, ob wir die Maschinen überhaupt alle in Kirchheim unterbringen können." Auch ein neuer Standort irgendwo zwischen Pfullingen und Kirchheim ist nach Auskunft der Blessof-Geschäftsleitung denkbar. "Sicher ist im Moment nur, dass das Werk in der Pfullinger Kaiserstraße Ende 2006 geschlossen wird und dass Blessof auch in Zukunft in der Region produziert", betont Rilling.

Die Firma Blessof ist im Frühjahr 2004 durch die Fusion der 1927 in Pfullingen gegründeten Blessing GmbH & Co. KG und der seit 1858 bestehenden Otto Ficker AG in Kirchheim entstanden. Trotz eines Personalabbaus innerhalb eines Jahres um 100 auf derzeit 470 Stellen schreibt das Unternehmen nach wie vor rote Zahlen. "Die Marktsituation ist weiterhin angespannt", sagt Blessof-Geschäftsführer Thomas Schwarz. "Wir stehen im Wettbewerb mit mittel- und osteuropäischen Firmen und daher unter einem starken Kostendruck." Hinzu komme die anhaltende Kaufzurückhaltung aufgrund der schlechten gesamtwirtschaftlichen Lage.

Gegenüber 2004 werde das Unternehmen das Ergebnis heuer zwar deutlich verbessern können, so Schwarz, bleibe aber in der Verlustzone. Weitere Konsolidierungsmaßnahmen seien deshalb unausweichlich. Zum einen soll die Konzentration auf einen Standort die Kosten senken, zum anderen müsse aber auch beim Personal nochmals gespart werden. Von derzeit 28 auf 24 Prozent soll der Personalkostenanteil am Umsatz sinken. Dazu müssen über 100 Stellen abgebaut werden zum Großteil über Altersteilzeitregelungen und freiwillige Vereinbarungen, letztlich seien aber auch Kündigungen nicht auszuschließen. Aufgrund eines Sanierungstarifvertrags sind bis Mitte 2006 betriebsbedingte Kündigungen nicht möglich.

Wo die Arbeitsplätze im einzelnen wegfallen, steht nach Auskunft von Marketingleiter Benjamin Rilling im Moment noch nicht fest.