Lokale Wirtschaft

Neue Spannung auf dem Weg zum Möbelhaus

Im Ringen um ein neues Möbelhaus in Sirnau wird es noch einmal spannend. Am 20. September will die Stadtverwaltung die Grundstücke zum Verkauf ausschreiben. Eine Entscheidung, wer den Zuschlag erhält, ist für Januar geplant. Für neuen Diskussionsstoff sorgt im Vorfeld ein Verkehrsgutachten.

HERMANN DORN

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ESSLINGEN Das Gutachten empfiehlt den Bau einer zusätzlichen Fahrspur. Der Bürgerausschuss Sirnau lehnt dieses Vorhaben ab.

"Wir haben unsere Hausaufgaben fast erledigt", berichtet Wolfgang Ratzer vom Esslinger Stadtplanungsamt. Zusammen mit einem Rechtsexperten wurde der städtebauliche Vertrag formuliert, auf den sich der Investor einlassen muss. Ratzer verspricht wasserdichte Regelungen, die dauerhaft das Randsortiment auf 350 Quadratmeter begrenzen.

Auch zu den Verkehrsfragen liegen aus seiner Sicht befriedigende Antworten vor. Dass ein Gutachter vor den Ferien empfohlen hat, für Linksabbieger aus Richtung B 10 eine zweite Spur zu bauen, hat ihn nicht überrascht. "Mit diesem Ergebnis haben wir gerechnet."

620 000 Euro werden für den Ausbau des Anschlusses veranschlagt. "Mit dieser Investition wollen wir verhindern, dass sich der Verkehr in den Spitzenzeiten bis auf die Rampen der B 10 staut", erklärt Ulrich Thäsler. Der städtische Verkehrsplaner wüsste sich mit dieser Investition für jene Stunden gerüstet, in denen wie am Samstag zwischen 10 und 11 Uhr bis zu 300 Autos das Möbelhaus in der Dornierstraße ansteuern. Verbunden wäre diese Lösung mit einem bis zu 3,50 Meter breiten Eingriff in die städtischen Grünflächen, die sich zwischen dem Sirnauer Wohngebiet und der Brücke erstrecken. Mit dem Verzicht auf zwei Bushaltestellen (sie sollen durch eine neue Station in der Dornierstraße ersetzt werden), könnte der Flächenverbrauch laut Thäsler abgemildert werden.

Während die städtischen Planer keine großen Probleme sehen, übt Walter Bräuninger scharfe Kritik. Der Vorsitzende des Bürgerausschusses Sirnau hat in den vergangenen Monaten gemeinsam mit der Mehrheit des Gremiums versucht, das Möbelhaus zu verhindern. Obwohl der Gemeinderat anders entschieden hat, geben sich die Gegner in Sirnau nicht geschlagen. Der Bürgerausschuss bereitet eine Stellungnahme vor, in der er seine Ansicht bekräftigen will, wonach das Möbelhaus vor den Haustüren der Sirnauer zu massiven Verkehrsproblemen führt. "Eine zusätzliche Spur ändert nichts an dieser Gefahr", so Bräuninger. Auf Widerstand stößt in Sirnau auch die Absicht, in die Grünflächen einzugreifen. "Wir lehnen diesen Landverbrauch für den Verkehr ab", erklärt der Bürgerausschuss-Vorsitzende.

Weitere Spannung verspricht die Diskussion über die Frage, wer die Kosten für die 150 Meter lange Spur übernimmt. Erklärungen aus dem Rathaus, wonach sich die Stadt in der Pflicht sieht, stoßen bei den Gegnern des Möbelhauses auf Kritik. Für Dieter Deuschle, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, kommt eine solche Lösung nicht in Frage. "Die Folgekosten für das Möbelhaus muss der Verursacher tragen. Das ist nicht die Stadt."

Mit den Verkehrsfragen beschäftigt sich der Ausschuss für Technik und Umwelt am 19. September ebenso wie mit dem städtebaulichen Vertrag. Der Entwurf benennt die Randsortimente, die sich auf einer Fläche von maximal 350 Quadratmetern ausbreiten dürfen: Glas, Porzellan, Keramik, Kochgeschirr, Heimtextilien und Spielwaren. Er sieht jährlich eine Kontrolle durch einen externen Gutachter vor. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 50 000 Euro.