Lokale Kultur

Neuer Schwung durch neues Konzept

Nichts ist mehr unmöglich beim "neuen" Talentschuppen im Kirchheimer Jugendhaus Linde. Denkbar sind dabei sogar gewichthebende Mädchen, querflötespielende Punker und rollschuhlaufende Hunde.

RUDOLF STÄBLER

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KIRCHHEIM Musizieren mit Efeublättern, schlechtes Kabarett, dünne Stimmchen, Bauchtanz, herausragend gute Bläser, mittelmäßige Rockmusik, kindliche Zaubereien und vieles andere mehr beim Wendlinger Talentschuppen im Gebäude Güterbahnhof war so ziemlich alles dabei, was die Bretter, die die Welt bedeuten sollen, aushalten konnten. Jetzt haben die Macher Kurt Spätling vom Kreisjugendring und Jutta Deuschle, stellvertretende Hausleiterin in der "Linde" den Talentschuppen nach Kirchheim verlegt. Aber nicht nur neue Räume soll es für den Talentschuppen geben, auch an der Konzeption soll sich was ändern wurde jetzt in einer Pressekonferenz verraten.

Eigentlich erst ein Jahr alt ist der Talentschuppen, der seine Heimat im Güterbahnhof Wendlingen hatte, und trotzdem bedarf es neuer Räume und einer etwas veränderten Konzeption. Der räumliche Abschied hatte ganz banale Gründe, Pächterwechsel, Mietverträge und der Schritt in eine ungewisse Zukunft. Dass am Konzept etwas gearbeitet werden muss, das bestätigte auch Moderator Peter Bodo Schöllkopf, der seinem "Job" auch im Jugendhaus Linde nachgehen will.

"Ich glaube, hier haben sich zwei gefunden die zusammenpassen", ist sich Kurt Spätling sicher. So soll das zukünftige Programm familienfreundlich gestaltet werden, wozu auch das rauchfreie Jugendzentrum gehört. Ziel der Diplomsozialpädagogin Jutta Deuschle ist vor allem die bessere Einbindung des Jugendhauses in das Gemeinwesen der Stadt Kirchheim. Vom Kind bis zu den Senioren soll eine "neue" Besuchergruppe gebildet werden und bei den Talentschuppen will man weg vom klassischen Jugendhaus. Spätling: "Die Tendenz ging lediglich noch zur modernen und noch moderneren Musik." Wobei allerdings die Macher doch über den bisherigen guten Verlauf der Veranstaltungen überrascht waren. "Es wurde viel ernster genommen als wir gedacht hatten", bestätigten die Verantwortlichen.

Die Bewertung der auftretenden Künstler soll in Zukunft nicht mehr nur dem Publikum überlassen werden. "Da hatten einige ihren Fanclub dabei und die haben natürlich gewonnen, auch wenn's nichts war" erinnert sich Spätling. In Zukunft wird das Publikum mit einem Drittel Stimmrecht und eine Fachjury mit zwei Dritteln die Entscheidung treffen. Dabei sollen die Künstler dann auch von den Fachleuten ehrlich beraten werden. "Was nichts ist, ist auch nichts", das soll den "Künstlern" mit auf den Weg gegeben werden.

Die Macher rechnen bei den ersten drei Vorausscheidungen am 13. Juli, 24. August und 28. September im Saal des Jugendhauses mit wenigstens 100 Zuhörern. Zur Familienfreundlichkeit soll auch die geänderte Anfangszeit führen. Bereits um 19 Uhr sollen die Veranstaltungen beginnen, sodass gegen 21.30 Uhr mit der Bewertung gerechnet werden kann. Mit sechs bis acht "Mutigen" rechnet man pro Veranstaltung und die Besten kommen dann in die Endausscheidung die am 21. Oktober, verbunden mit der Siegerehrung, über die Bühne gehen soll.

Keine Probleme sieht die stellvertretende Hausleiterin Jutta Deuschle mit der organisatorischen Bewältigung solch einer Veranstaltung. Sie hat eine ehrenamtliche Helferschar von 25 Personen. "Die sind alle mit Begeisterung dabei und freuen sich, eingesetzt zu werden."

Und dass noch viel Arbeit auf die Haupt- und Ehrenamtlichen in nächster Zeit zukommt ist auch klar. Vom 23. Juni bis zum 3. Juli lautet das Motto nämlich "Feiern sie mit uns", 25 Jahre Linde.