Kirchheim

Neuer Trend: Geschälter Spargel

Ernte Die Spargelsaison begann dieses Jahr später als sonst. Doch die Qualität ist gut, und die Preise gingen relativ schnell nach unten. Nach wie vor essen die Menschen lieber weißen als grünen Spargel. Von Heike Siegemund

Spargel ist in aller Munde: Das beobachtet auch Peter Reicherter, der auf dem Kirchheimer Wochenmarkt Bruchsaler Spargel anbiete
Spargel ist in aller Munde: Das beobachtet auch Peter Reicherter, der auf dem Kirchheimer Wochenmarkt Bruchsaler Spargel anbietet.Fotos: Heike Siegemund

Die Deutschen lieben Spargel - das kann auch beobachten, wer dieser Tage die Wochenmärkte in der Region besucht. Auf dem Kirchheimer Markt wird das edle Gemüse an den Verkaufsständen stark nachgefragt, egal ob weiß oder grün: Spargel ist in aller Munde.

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„Bis jetzt ist es ein sehr gutes Spargeljahr - für uns Händler, aber auch für die Kunden“, freut sich Peter Reicherter vom gleichnamigen „Früchtehaus“ in Kirchheim, der auf dem Wochenmarkt der Teckstadt Bruchsaler Spargel anbietet. Die Qualität des Gemüses sei „super“ und der Preis relativ schnell nach unten gegangen. Das hänge damit zusammen, dass es viel Spargel gibt, weil das herrliche Frühlingswetter im April mit fast schon sommerlichen Temperaturen für ein gutes Wachstum sorgte. Freilich könne der Preis aber auch flugs wieder nach oben springen, wenn die Temperaturen sinken und der Spargel deshalb langsamer wachse, ergänzt er.

Generell hat Reicherter beobachtet, dass die Kunden nach wie vor weißen Spargel bevorzugen - wohl deshalb, weil dieser vielen edler und feiner schmecke als der grüne. Insgesamt nehme das Interesse an Spargel zu, „auch bei der jüngeren Generation“.

Zufrieden ist auch Guido Henzler, Mitinhaber von „Henzlers Rammerthof“ in Nürtingen. Die Henzlers bauen selbst Spargel an: grünen Spargel auf einer fünf Hektar großen Fläche und weißen Spargel auf einem 25 Hektar großen Areal. „Außerdem haben wir zehn Hektar Junganlagen“, ergänzt Henzler. Spargel sei eine Dauerkultur, die zwischen acht und zwölf Jahre im Boden bleibe. „Im dritten Jahr bringt sie 70 Prozent Ertrag und im vierten Jahr Vollertrag.“ In den ersten beiden Jahren gehe man leer aus: „Man muss zuerst investieren, bevor man ernten kann“, erklärt der Experte.

Spargelernte: spät, aber gut.

Aufgrund des kühlen Wetters bis in den März hinein hat die Spargelsaison in diesem Jahr später begonnen: bei den Henzlers etwa eine Woche später als sonst. Am 10. April konnten sie den ersten grünen Spargel stechen; am 12. April folgte der weiße. Auch er betont, dass die Qualität sehr gut sei und dass die Kunden nach wie vor verstärkt weißen Spargel nachfragen. Die grüne Variante sei aber bei jungen Leuten im Kommen, hat Henzler beobachtet. Ein neuer Trend - viele Menschen kaufen bereits geschälten Spargel. „Die meisten Leute sind eingespannt und haben wenig Zeit“, erklärt Henzler das Phänomen. So gibt es auch in seinem Hofladen eine Spargelschälmaschine, sodass die Kunden das Gemüse schon geschält mit nach Hause nehmen können. An den Verkaufsständen von „Henzlers Rammerthof“ - davon befinden sich auch einige in der Teckregion - wird ebenfalls geschälter Spargel angeboten und regelmäßig frisch nachgeliefert.

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