Kirchheim

Ponzio präsentiert Feuerwerk an Geschichten

Konzert Bastions-Besucher fühlen sich an den Kaffeetisch der New Yorkerin versetzt.

Wache Augen, großes Lächeln: Diane Ponzio macht die Bastion zu ihrem Wohnzimmer. Foto: Nicole Mohn
Wache Augen, großes Lächeln: Diane Ponzio macht die Bastion zu ihrem Wohnzimmer. Foto: Nicole Mohn

Kirchheim. Eine Frau, ein Mikro, eine Gitarre. Mehr braucht es nicht für einen Konzertabend der besonderen Art. Die Sängerin, die dieses Kunststück vollbringt, heißt Diane Ponzio. Kürzlich verwandelte die charmante Sängerin mit den wachen Augen und dem großen Lächeln den Club Bastion in ihr ganz privates Wohnzimmer.

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„Ich liebe Germany, ich liebe diese Stadt“, schwärmt die New Yorkerin mit sizilianischen Wurzeln. Oft ist sie schon mit ihrer Gitarre durch die kleinen Klubs und Keller in Deutschland getourt. Im Gepäck diese Mal: ihre zehnte CD „On the Inside“.

Es sind die kleinen und großen Geschichten des Lebens, die Ponzio in ihren Liedern verarbeitet. „Ich höre den Leuten zu, wenn sie erzählen“, sagt die Songschreiberin. Sie konserviert das Gehörte und Erlebte in eingängigen, oft etwas melancholisch angehauchten Stücken, zu denen sie mit scheinbar schwereloser Leichtigkeit über die Saiten ihrer Akustikgitarre oder der Ukulele tanzt.

Manche sind sehr persönlich, wie der Song über das gute Geschirr ihrer Tante, sie lädt ihre Zuhörer ein, einzutauchen in die quirlige Atmosphäre der Kaffeerunden ihrer Familie. Ein paar der Geschichten hat Ponzio auch in ihrer neuen Heimat Neuseeland gesammelt. So wie den wunderbaren Song über ein altes herunter gekommenes Haus in ihrer Straße. Es macht von außen nichts her, doch jenen, die drin wohnen, ist es ein wundervolles Heim. „Wie oft beurteilen wir das Buch nach dem Einband, den Menschen nach seiner Hautfarbe“, sagt sie. Und wie sehr kann der Schein trügen.

Nachdenkliches, Kritisches - auch das schwingt immer wieder mit in diesen Liedern, die Ponzio mal leicht in das Chansonhafte zieht, mal mit einer Prise Smooth-Jazz kandiert. Sie singt von den Luxus-Problemen der reichen Staaten, wo man sich über die gestiegenen Parkgebühren aufregt, während anderorts in der Welt Menschen leiden. Vom Regen, den es braucht, um zu wachsen. - Lieder, die nicht nur im Herzen hängen bleiben, sondern auch in den Gedanken. Ein Konzertabend, der bei allen Besuchern lange nachhallen wird.Nicole Mohn